Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1837
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die Rabbinerzusammenkunft
- Date
- 1837-01-01
- Page
- Seite 322 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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322 I. Die Rabblnerzusanunenkunft, Weg tretend erschienen und nicht mit dem falschen Nimbus geheiligter Autorität bekleidet sind, übereingekommen, und zur Theilnahme an dieser habe ich mir erlaubt, auch Sie aufzufvrdcrn. Es mag der Wackern noch manche geben, die sich Uns gerne augefchlossen hätten^ jedoch sollte die Zusammenkunft für dies Mal in den Grenzen freundschaftlichen ZusammentretenS verbleiben. Aber, wenden Sie ein, ob in dieser Form auch der Zweck erreicht werden könne? Denn, meinen Sie, was wird es nützen, wenn auchdie zusammengetretenen Rabbiner sich über Einzelnheiten aussprechen und Beschlüsse für ihre künftigen Entscheidungen in vorkonirnenden Fällen fassen werden, wenn diese bei den Gemeinden kein Zutrauen zu gewinnen vermögend sein werden? Ja, wird nicht der Rabbiner selbst das Zutrauen, welches er früher besessen, in allen Beziehungen verlieren? — Ich glaubevon dem letzteren Theile dieses Einwurfes ausgehen zu müssen, um dann auf den ersteren zurückzukommen. Mir scheinen im Allgemeinen die Begriffe über das zu gewinnende Zutrauen des jüdischen Geistlichen bei seiner Gemeinde, namentlich in der gegenwärtigen Lage des Judenthüms, ziemlich' unklar zu sein, und' Sie erlauben, daß auch ich meine Meinung darüber ausspreche. Sollte der Rabbiner wirklich dadurch das Zutrauen seiner Gemeinde sich zu erwerben suchen, daß er allen Verkehrtheiten und Gewohnheitsansichten , welchen einzelne- oder mehre oder mich die meisten Glieder derselben huldigen , sich anschmiegt, so wüßte ich wahrlich am Ende kaum, wozu er denn sein „Zutrauen" gebrauchen will. Wenn er durch dieses Anschmiegen, stillschweigende oder gar laute Genehmigen solcher Meinungen die Anhänger derselben in ihren, einer freien Sittlichkeit widerstrebenden, Tendenzen immer mehr bestärkt: auf welche Weise will er denn für die Durchdringung echter Herzensreligiosität wirken? Daß er vielleicht die breite Haube in der Synagoge oder das Versteigern der religiösen Functionen u. dergl. —vorausgesetzt, daß wirklich die Gemeinde an