Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1837
- Issue
- Heft 2
- Article
- Die Judenheit und das Judenthum
- Date
- 1837-01-01
- Page
- Seite 162 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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162 I. Die Jndenheit und das Judenthnm. kräftige und heilsame Anregung, Mitwirkung und Untersuchung zur Herbeiführung dieser Erfolge von Seiten mancher Staaten geleugnet werden soll und kann; so sehr sie auch zu einer durchgreifenden, über alle Klassen sich verbreitenden Umgestaltung angesprochen werden muß und nicht entbehrt werden kann: so wenig wird es jedoch der unbefangene Beobachter in Abrede stellen, daß dieser Umschwung im Allgemeinen oft trotz der hemmenden Verhältnisse , in welchen die Juden leben, trotz häufiger Gleichgültigkeit gegen dieses nun erwachte Leben, ja selbst an manchen Orten trotz entgegenwirkender Maßregeln von Seiten der Machthaber, rein aus dem wach gewordenen Geiste der Juden selbst, aus dem uneigennützigsten und keiner Hindernisse achtenden Strebe-, in deren Mitte sich unaufhaltsam entwickelte und entwickelt. Außer diesen öffentlichen Zeichen einer Umgestaltung der Gesinnungen wird Derjenige, der in die einzelnen Kreise der Judenheit hinabzusteigen sich angelegen sein läßt, in den Ansichten und der Lebensweise einer großen Anzahl, die täglich wächst und wohl jetzt schon in manchen Gegenden die ansehnliche Mehrheit bildet, die erfreuliche Wahrnehmung machen, daß jene Umgestaltung nicht ans das öffentlich hervvrtretende und daher etwa mit steter Sorgfalt bewachte Leben sich beschränkt, sondern daß sie auch in die Individualität und die Privathandlungsweise eingedrungen ist. Er findet dort, daß die Nachkommen der ehemaligen Flüchtlinge aus Judäa, dieses Denkmal einer langen Vergangenheit, die Schüler eines verstorbenen Geschlechtes, welches mit mühsamem Scharfsinne seine äußere Gesetzmäßigkeit erstrebte, weder mehr eine volksthümliche Absonderung, noch Befangenheit in Wahnausichten, welche entweder die Kinderstufe der Menschheit oder das künstliche Dunkel und der traurige Druck des Mittelalters erzeugt hatte, noch auch das verderbliche Vorurtheil, durch die Ausübung leerer, begriffs- und verstandesloser Formen willig den menschlichen und göttlichen Anforderungen Genüge zu leisten,