Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1836
- Issue
- Heft 2
- Article
- Göttingen [Nachricht]
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Seite 402 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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402 Nachrichten. der nächsten Hefte seinen Benrtheilcr finden wird, so möge auch die Analyse der Ewald'schen Ansichten demselben .überlassen bleiben, bei welcher Zusammenstellung sich dann die Verschiedenheit und Achnlichkeit der Resultate dieser beiden Kritiker klarer Herausstellen wird. Bemerkeuswerth ist jedenfalls, daß zwei grund. liehe, von einander unabhängige Forscher in den wesentlichsten Momenten dieser Untersuchung mit einander übereinstimmen. Freunden kritisch-geschichtlicher Untersuchungen werden solche Arbeiten, wenn sie auch in blos gelehrtem Interesse unternommen sein sollten, höchst wichtig und förderlich seien. Auch die Wissenschaft des Judenthums wird keinesfalls die biblische Kritik ignoriren dürfen. (Baiern. Israelitische Kreisversammlungen.) Schon seit längerer Zeit bemerkte mau das besondere Interesse, mit welchem die k. baicrische Negierung die Ordnung der jüdischen Religions- und Cultusvcrhältnisse beachtet, überwachet und zu fördern bestrebt ist. Natürlich mußten in einem Lande, das einen so ausgedehnten Raum hat und so viele jüdische Einwohner zählt, in welchem auch —Dank dem weisen, vorsorgenden Sinne der Regierung — schon seit geraumer Zeit auf die wissenschaftliche Tüchtigkeit der Rabbiner und Religionslehrer gesehen wurde, sich manche Conflicte ergeben und vor dem Forum des Staalsministeriums Klagen und Fragen deS verschiedenartigsten Inhaltes und die widersprechendsten Forderungen Vorkommen. Namentlich waren es die, Einrichtungen in der Synagoge, welche mehre Rabbiner Vornahmen, die von mancher Gemeinde mit dem hartnäckigsten und lebhaftesten Widerspruche bekämpft wurden; dieser Kampf führte dann zuweilen noch weiter, indem Man nun einen Zusammenhang zwischen diesen Einrichtungen und einer dem Herkommen abgewandten religiösen Richtung — von den Gegnern Mt dem Namen der Irreligiosität belegt — nachzuweisen suchte und sich so die Klage unmittelbar über die ganze Persönlichkeit des Rabbiners erstreckte. — Solche Conflicte mußten und müssen im Judenthume unserer Zeit entstehen, da unser Religionswesen auf der einen Seite durch eine große Reihe dunkler Jahrhunderte in jenen äußerlichen, traurigen Zustand versunken ist, der einer jeden