Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1835
- Issue
- Heft 3
- Article
- Hildburghausen [Nachricht]
- Date
- 1835-01-01
- Page
- Seite 475 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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R a ch r ich t e tt. 475 druckte „Erste Confirmationsseier, gehalten in der Synagoge zu Hildburghausen am ersten Tage des Wochenfcstcs 5595 (3. Juni 1835) mit zwei Knaben und einem Mädchen" (Schleusingen, b. Glaser, 20 S. 8.) erhalten. Die Erscheinung, wie kleine Gemeinden im Fortschreiten begriffen sind und die Wohlthat eines erleuchteten Religionslehrers genießen, ist gewiß eine höchst erfreuliche. Hiemit ist jedoch noch nicht gesagt, daß gerade die Aufnahme der Confirmativn in dieser Gestalt ein wesentlicher Fortschritt wäre , und es wäre wohl angemessen, wenn sich hierüber mehre Stimmen, als bisher geschehen, vernehmen ließen. Es will mich nämlich bedünken, daß die vollständige Annahme der Confirmativn, wie sie das jetzige Christenthnm ansgebildet hat—welche Herübernahme an und für sich gewiß nicht tadelnswerth ist, denn hiev gälte der etwas modificirtc rabbinische Spruch: nimm das Zweckmäßige an, von wo es sich findet — eine nicht genug gehaltvolle Form ist, und an derartigen Formen haben wir wahrlich keinen Mangel. Schon Herr v. Herxheim er hat sich in diesen Blättern darüber ausgesprochen; aber es möchte noch manche Nachlese sich anstellen lassen. Schreiber Dieses hält auch s. g. Confirmationen; aber die Bekenntnisse und Gelöbnisse beziehen sich in denselben, die ihn dennoch durchaus nicht befriedigen, nicht auf den Glauben, den wahrlich das Kind in diesen Jahren noch nicht so völlig erfaßt haben kann, als daß es geloben könnte, ewig an ihm zu halten. Wir thun wohl genug, wenn wir es zur vertrauten Bekanntschaft mit dem Glauben führen, ihm Liebe zu demselben cinflößen; aber ob wir dem Kinde ein Gelöbnis; darauf abverlangcn sollen, das es nicht in seiner ernsten Bedeutung zu würdigen vermag und uns auf keinen Fall abschlägt, ist eine andere sehr wichtige Frage. Das Bekenntnis;, das daher die dem Schulreligionsunterrichte entwachsenen Knaben und Mädchen bei mir ablegen, ist, daß sie nun ihr Herangcreiftscin und ihr allmäliges Emporwachscn zur Selbstständigkeit einsehen, und das daraus gegründete Gelöbniß ist, nun die erwachte Kraft zur Erringung der reinen Erkenntnis; im Glauben, zur Veredlung des Herzens und Kräftigung des Willens auwenden zu wollen, wozu ihnen die erhaltnen Lehren, die sie hierbei in kurzen