Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1835
- Issue
- Heft 3
- Article
- Bernburg [Nachricht]
- Date
- 1835-01-01
- Page
- Seite 464 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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464 Nachrichten» vor 4 Jahren ins Leben trat, waren die Quellen der zeitgemäßen Bildung der im hiesigen Herzvgthnme wohnenden Israeliten dieselben allgemeinen, welche in der neuern Zeit fast überall unter unfern Glaubcnsbrüdern eine geistige, religiöse und europäisch»» tigere Regsamkeit hcrvorgebracht haben.— Nicht ohne besonders' zu beachtenden Einstuß mag in diesem Betracht die Nähe Leipzig's für die hiesige Gegend sein. Die meisten unserer Israeliten besuchen die dasige Messe, und es kann nicht fehlen, daß die mannichfaltigen Berührungen ans diesem Weltmärkte mit Glaubensgenossen von allen religiösen Farben erregend wirken. Vornehmlich anregend aber ist gewiß der israelitische Tempel,, Gottesdienst zu Leipzig, durch welchen, namentlich durch v. Aucrbach's eindrucksvolles Predigen, gar Mancher für zeitgemäßere Bestrebungen vorbereitet wird. So oft mir die Mcßbcsuchenden von Aucrbach's Vorträgen während der Meßzeit beifällig erzählen, denke ich, daß doch auch der verschrieene Handelsgeist der Jude», unter anderm moralischen Gewinne, noch den Nutzen mit sich führt, daß er sie in Berührungen und Kreise bringt, die sie zu Vergleichungen ihrer gewohnten Ansichten und Einrichtungen mit denen Anderer veranlassen, und so durch eigene Anschauungen und Schlüsse daS Bessere mit überraschender Beschleunigung fördern. — Durch die Wirksamkeit des Landrabbinats indes; ward nach allen Richtungen des heutigen Bedürfnisses der Glaubensgenossenschaft das Nvththuende angeregt, ansgeführt oder vorbereitet. Der Grund und Boden für alle diese Verbesserungen ist, thcils die unabhängige Stellung des zur Hälfte vom Staate besoldeten und nur der höchsten christlichen Cultusbehörde des Landes untergebenen Landrabbiners, theils die Instruction, welche dieser von dem hochscligcn Herzoge empfangen. Da dieselbe in vielen Stücken mustergiltig sein dürfte, so theile ich hier Mehres daraus mit: „Von Gottes Gnaden Wir Alexius Friedrich Christian, Acltestregicrender Herzog zu Anhalt re., urkunden und bekennen hiermit, daß, nachdem Wir, um die von Uns längst gehegte gnädigste Absicht, die religiösen und öffentlichen Verhältnisse der israelit. Unterthancn in unfern Landen mit der allgemeinen Wohlfahrt immer mehr in Uebereinstimmung zu bringe»