Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1835
- Issue
- Heft 3
- Article
- Ferrara [Nachricht]
- Date
- 1835-01-01
- Page
- Seite 463 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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403 N a ch r i ch t e n. (Ferrara, 26. 2l»gust.) Die hiesigen Einwohner kamen wegen der Cholera in Rom darum ein, daß es den hier wohnenden Inden, welche (wie in Rom) aus einen Bezirk der Stadt, den Ghetto, beschränkt sind, den sie nur während einer bestimmten Tageszeit verlassen dürfen, gestattet werden soll, ihren Wohnsitz in einer gesunden Gegend aufzuschlagen. Die Priester jedoch widersetzten sich dieser menschlichen Maßregel und erwirkten von Rom aus den Befehl, daß die Juden in ihrem Ghetto bleiben sollen. (F. I.) (London, 10. Septemb.) In der letzten Sitzung des Unterhauses erklärte der Schatzkanzler, er hoffe, die Regierung werde in der nächsten Session die Emancipation der Juden durchsetzen. (F. I.) (Bernbürg, 23. August.) Die Nachrichten, welche die Zeitschrift begleiten, mögen nicht wenig dazu beitragen, Gemeinden und Individuen aufmerksam zu machen auf das, was Noth khut, Geistliche, Lehrer und Vorsteher durch das mitgethcilte Beispiel zur Nachahmung zu crmuthigen, durch die Mängel und Erfahrungen, welche sich bei den hic und da gemachten Versuchen Herausstellen, Andere umsichtiger zu machen, überhaupt wahres Besserwerden unter den Israeliten mehr zu erwecken und zu verallgemeinern. Auch liefern diese Nachrichten ja Materialien für die israelitische Geschichte, und, waS mit zu ihren wohlthätigen Folgen gehören möchte, ist, daß sie die sonst Jsolirten einander näher bringen und dem von seinen entfernten Glaubensgenossen Nichts erfahrenden, und darum dem Ganzen immer fremder werdenden Israeliten die größere Gemeinde seines Glaubens und die darin sich erweisende Lebendigkeit vor die Seele führen. Dies erzeugt aber unter Anderem auch ein erhebendes Selbstgefühl, welches dem Mitglieds einer eoolesi» press» um so mehr Noth thut, als dasselbe die täglich sich kund gebende innere Schwäche und äußere Nichtachtung seiner Glaubensgenossenschaft in entmuthigendem Bewußtsein trägt. — Gerne thcile ich daher auch von hier das Nachstehende mit, was für die Leser d. Bl. von Interesse sein möchte. Vor der Errichtung des hiesigen Landrabbinats, welches 31 *