Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1835
- Issue
- Heft 3
- Article
- Preußen [Nachricht]
- Date
- 1835-01-01
- Page
- Seite 449 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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N a ch eicht e a. 449 selben zu inflalliren, da sie erklärten, den ihnen hier vorgclegten christlichen Eid nicht leisten zu können. Die Sache hat mm eine Erörterung veranlaßt, und es entstand die Frage, ob das Geschäft des SchiedsmanneS eine richterliche Function sei, als zu welcher die Juden nach dem Edicte von 1812 nicht gelangen können, oder ein bloßes Communal-Amt, das ihnen znsteht? Sc. Maj. haben das Erstere als die richtige Ansicht erklärt, und den Einspruch eines Einzelnen nicht berücksichtigend, die Juden von der Function des Schicdmannes ausgeschlossen. — So unerfreulich diese Nachricht auch erscheint, so liefert doch die Thatsache, daß so viele Juden gewählt worden, den sehr befriedigenden Beweis von dem ihnen absciten des Volkes geschenkten Vertrauen, welches ihnen gewiß nicht unverdienter Weise zu Thcile geworden. Noch wichtiger aber ist der Umstand, daß eben der Mann, welcher den Versuch machte, durch eine Vorstellung aller« höchsten Orts vielleicht eine nochmalige Prüfung der Verhältnisse zu bewirken, von Seiten der Berliner Bürger seines Viertels zum Stadtverordneten erwählt worden ist. Somit zeigt sich zur Genüge, daß die Hemmungen, welche die Gesetze bisher noch immer dem nützlichen Wirken energischer und talentvoller Juden cntgegenstellen, keincsweges in der Volksstimme begründet seien. Wenn dieselben noch nicht ganz aufgehoben sind, so muß der Grund in der überall wahrzmiehmenden Absicht der Regierung, in den Cvncessioneu nur allmälig svrtzuschreiten, gesucht werden. Es leidet keinen Zweifel, daß, je stärker das gegenseitige Vertrauen der vcrschiedncn Ncligionsparteien sich kund giebt, desto zuverlässiger die Regierung die Unebenheiten in der Stellweg einzelner ausgleichen werde.— (Berlin, Juli). Es ist jetzt gewiß, daß die hiesige jüdische Gemeinde einen Rabbiner anstelle» will, der den-Anfordernngen der Zeit entsprechen kann, und durch bisheriges Verhalten bewiesen hat, daß man von ihm etwas Tüchtiges erwarten dürfe. Auch thut dieser Gemeinde, welche die trefflichsten Elemente vereinzelt in sich saßt, ein kräftiger Mann Noth, welcher diese zu einem lebendigen Ganzen zu vereinigen versteht. Möge sie in der Wahl vorsichtig und in der Ausführung glücklichstink —