Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1835
- Issue
- Heft 2
- Article
- Dr. Auerbachs Antrittsrede [Rezension]
- Date
- 1835-01-01
- Page
- Seite 197 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/2929020-2929021-2929024-2929305--0263-2929415- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Auerbach's Antrittsrede 197 mer religiöser Sinn, ein Wort, das aus innigem Herzen komme und wieder zu Herzen gehe, der wahre Geist der Frömmigkeit wird vergebens in ihr gesucht. So ist es leider in den Festpreoigten, so ist es auch hier. — Von der Logik war schon anderswo *) die Rede. Die Kunst zu reden besitzt der Verf., denn wir können nicht begreifen, wie man in so vielen Worten so wenig sagen kann. — Aus welchem Grunde der Hr. Verf.^(S. 32 ) mit so vielem Pompe von seiner Anordnung eines deutschen Gebetes für das Wohl des Staates, des Regenten u. s. w., als einer von ihm in dem Gebiete des Großherzogthums Heft ftn zuerst getroffenen Einrichtung spricht, wollen wir nicht untersuchen;— jedoch wollen wir ihm bemerken, daß dies in andern Gemeinden des Landes, wie namentlich in Mainz und Offenbach, schon seit mehr als 3 Jahren geschieht, und daß also in dieser Beziehung seinem Wunsche bereits zu einer Zeit genügt war, wo es ihm, einem gebornen Preußen, sicher noch mcht eingefallen ist, für sein neues Vaterland Wünsche im Busen zu tragen. — Zuletzt rathen wir noch dem Hrn. Verf. bei spätem Predigten, die er drucken laßt, keine Verstöße, wie die in Note 11 und 12 zu machen; sie stimmen mit dem durchaus vorsichtigen und nach allen Seiten hin rückhaltenden Tone, der in der ganzen Predigt herrscht, nicht überein. Daß er sich aus einem deutsch ^übersetzten Psalme, den er in der Synagoge absingen ließ, Lorbeeren holen möchte und die Anwendung dieser profanen Sprache sogar zeitgemäß nennt, muß Manchem nothwendig mißfallen. ') Erstes Heft S- ID.