Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1835
- Issue
- Heft 2
- Article
- Dr. Maiers Antrittsrede [Rezension]
- Date
- 1835-01-01
- Page
- Seite 194 (sequence 2)
- Language
- German
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194 Recensionen. die beiden Extreme sich jetzt so breit geltend machen. Die Sprache ist gewählt und manche Stellen sind sehr gelungen zu nennen. Wir wählen eine: (S. 16) "Woher aber dieser allgemeine Mangel an göttlichem Geiste? Die Antwort ist leicht: O'IN Lange Zeit war Israel ohne lehrende Priester und ohne Unterricht (2. Chr. 15, 3). Schonung und Gerechtigkeit den ältern Rabbinnen(r)n, denn sie gehören einer Zeit an, die weder dem Geiste noch dem Lichte günstig war; Achtung, hohe Achtung ihrem Charakter, denn ihr Wandel war in der Furcht des Herrn; Dank, aufrichtigen Dank für ihre Mühe und Sorgfalt, mit welcher sie die überlieferte Religion zu erhalten und fortzupflanzen suchten. Aber Lehrer, Lehrer des Volks, Lehrer der Jugend, waren sie nicht; Fortbilvner der Religion im Geiste Gottes waren sie nicht. Sie lehrten nicht, und wenn sie lehrten, so war es nicht das geistiglebendige und geistbelebende Wort, wie es zum klaren Erkennen und freien Wollen des Wahren und Guten antreibt, es war nicht Brod des Himmels und Wasser des ewigen Lebens, sondern eine künstliche Speise, welche dem gesunden Urtheil der fortgeschrittenen Bildung nicht mehr genügen konnte." — Unserm Ermessen nach, hätte jedoch in dieser Predigt das eigentlich Erbauliche etwas mehr hervorgehoben werden sollen; es ist mehr urtheilcnd, zwar mit Herzlichkeit, aber doch nicht das Innere ergreifend. Entbehrt hätten wir gerne das leider in so vielen Erzeugnissen unserer Tage vorkommende Spielen mit der Erin- *) Bei nicht vollendeter Anführung des ganzen Verses hätte» wir statt — wie auch S. steht — erwartet.