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Menorah · 1932-09-01 · Heft 9-10 (September 1932) · p. 362

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
10 (1932)
Issue
Heft 9-10 (September 1932)
Article
David Pinski ; Emil Bernhard Cohn ; Louis Golding ; Vitalis Danon ; Alfred Graetzer ; Ernst Pickardt zum Gedächtnis
Date
1932-09-01
Page
362 (sequence 1)
Language
German
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UNSERE AUTOREN J^AVID PINSKI, geboren 1873 in Mohilev, von wo sozialer und intellektueller Druck ihn auf dem Wege über Moskau, Warschau, Berlin und die Schweiz nach New York verschlug. Dort lebt er seit 1899 als Mitarbeiter jiddischer-sozialistischer Zeitungen und Zeilschriften und als freischaffender Schriftsteller. Seine Werke befassen sich mit der Auseinandersetzung des auf wissenschaftlich-materialistischer Basis fundierten marxistischen Sozialismus mit der gesellschaftlichen Struktur des in russischen Kleinstädten und amerikanischen Einwanderungszentren massierten jüdischen Proletariats und seiner von idealistischem Wellverbesserungsglauben erfüllten Geistesverfassung. gMIL BERNHARD COHN, geboren 1888 in Berlin, mußte 1907 das Amt als Prediger an der Berliner Gemeinde wegen seiner zionistischen Überzeugung aufgeben, studierte Rechtswissenschaft. Seit 3926 als Rabbiner in Berlin tätig. Unter dem Pseudonym Emil Bernhard wurden einige seiner dramatischen Schöpfungen („Anna Boleyn", „Mirabeau") an den deutschen Bühnen aufgeführt. j^OUIS GOLDING, geboren 1895 in Manchester, lebt jetzt in New York, wo er als Mitarbeiter verschiedener Blätter tätig ist. Außer einigen bemerkenswerten Essays veröffentlichte er die Romane: Day of Atonement, Store of Ladies usw. ■yiTALlS DANON, 1897 in Adrianopel (Türkei) geboren. Sproß einer Familie, die dem sephardischen Judentum viele Rabbiner geschenkt hat. Bewährter Pädagoge und Direktor der Alliance-Israelile-Schule in Sfax (TunisJ. Begann seine schriftstellerische Laufbahn mit einem beschreibenden Roman über Tunis. Veröffentlichte unter Mitarbeit von Ryvel und Vehel eine Sammlung jüdisch-afrikanischer Erzählungen „La Hara contc . . ^LFRED GRAETZER, geb. am 28. Dezember 1875 zu Gr. Strehlitz, Oberschlesien, besuchte die Kunstakademie in Berlin, ging sodann nach München, von dort mit Holossy nach Nagy-Banya in Ungarn, arbeitete in Paris bei Mercon und schließlich in Dresden bei ßantzer und Willing. Er starb in Berlin am 11. August 19.11 in 35. Lebensjahre. Siehe auch „Menorah", Jhg. 1926, Heft Nr. 5 (Die Juden in Schlesien). jgRNST PICKARDT ZUM GEDÄCHTNIS. Pickard entstammte einer bürgerlichen Berliner jüdischen Familie und wurde, nachdem er zuerst Medizin studiert hatte von Paul Meyerheim ermutigt, seinen Beruf ganz auf sein Talent zu gründen. Nachdem er die Berliner Hochschule absolviert hatte, ging er auf Reisen nach Paris und Italien, wo er eine große Zahl von Landschaften und Stilleben voll feinen malerischen Gefühls geschaffen hat. Pickardt war und blieb Impressionist, er lief keinem Programm nach und suchte sich nicht maniriert ins Genialische zu steigern, er baute auf dem gut handwerklichen und dem sicheren Geschmack auf, er blieb seinen natürlichen Gaben treu. Niemals hat er laute Erfolge auf Ausstellungen gesucht, niemals einem Verein sich angeschlossen. In bescheidener Zurückhaltung hat er, ein wirklicher Könner und ein charaktervoller Künstler, seine Kunst geübt, vor deren Ergebnissen wir heute mit Ergriffenheit stehen. Meisterlich diese Landschaftstudien aus Italien und Frankreich, die mit dem Jahren immer leuchtender und lichtvoller werden bis zu den letzten träumerischen Frühlingsbildern des Südens, die wie ein frohes Lied an das Leben aufklingen. Ganz aufgelockert seine letzten Hamburger Bilder, durchströml, durchsickert von nördlichem Licht, voll delikater Farbstimmung und vibrierendem Leben. Pickardt war auch ein ausgezeichneter Porträtist und hat viele Köpfe der Berliner Gesellschaft, darunter eine größere Reihe jüdischer Köpfe gemalt. Auch die Radierungen des Künstlers, die man kürzlich zum ersten Mal sah, zeigen seine hohe Begabung und sein oft meisterliches Können, die so im Verborgenen blühten und uns dieses Vermächtnis schenkten eines der vornehmsten Künstler, die wir zu den unseren zählten. Will Pless

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