Mannheim
Compact Memory

Menorah · 1932-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1932) · p. Seite 357

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
10 (1932)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1932)
Article
[Nachricht]
Date
1932-07-01
Page
Seite 357 (sequence 1)
Language
German
Belongs to
correspondence
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2912821-2912916-2912921--11606-2928587
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

UMSCHAU 357 Er starb 81 Jahre alt, 22. Kislew 1700. Seine Grabinschrift kündet: „Hier ruhet, ider vollkommen an guten „Eigenschaften war. der Greis, der ein „Lehrlniiis leitete. Die Drei-Gemeinde führte und richtete er in Milde und Überlegung. Sein>e Taten sind wie das wohlriechende Ol, gekrönt mit Lolves- „hymrien (d. h. allgemein geliebt und „verehrt). Das Licht Israels ist nun erloschen, der Scharfsinnige, der alles „Rätselhafte erklärte und richtig dieu- „lete, ist nii cht mehr. Aus der Familie N e u m m r k der ,G a o n', ein „Wunder seiner Zeil, Oberrabbiner Me- „hurro r M e s c h u 1 e m S;i 1 o m o n, „Sohn des Mehurror J t\ c o b D a v i d „Kopil, gestorben und begraben am „Sonntug, den 122. Kislew 1706." Im Aller wurde sein Schwiegersohn, der K lausrabbiner Z e h i As c h k e n a s i, allgemein nach seinem berühmten Responsenwerk ,,C h :i c h a in Z e b i" genannt, als sein Vertreter und später gemeinsam mit Rabbi M o r d e c h e i Rot e n b u r g als Nachfolger des Oberrabbi na les gewählt. im Jahre 1675 kam auch mit den Wiener Exulanten der Vetter des S;i 1 o in o n M i r 1 s, Elias Sohn des Berliner Rabbi Model Ries Levyte nach Hamburg, heiratete dort die Male. Schwester der Gliiekl Hameln und war fast 35 Jahre Vorstehender Hamburg-Altoiiaer Gemeinde. Seine Familie nahm später, nach seinem Geburlsorte Wien den Namen W ienci an, und wohnen noch jetzt viele Nachkommen Wieners in Hamburg. Von Model Ries in Berlin erzählt die Gliiekl, Seite U7: „Er war doch ein Mann von hervorragender Klugheit, von dem die ganze Welt zu erzählen wußte und war auch bei dem Kurfürsten von Brandenburg sehr beliebt. Dieser hat einmal gesagt: ,Wenn die Füße des Mannes so wären wie sein Kopf, so hätte er nicht seinesgleichen.' " Elias Ries starb hoelibetagt 1713 in Hamburg und ist 'der kunstvoll gearbeitete Stein noch sehr gut erhalten. Dr. Ä. Dukesz UMSCHAU für die Zeit vom 21. Mai bis 20. Juli 1932. AUS ALLER WELT Am 22. Juni jährte sich zum zehnten Male der Todestag Wallher Bathenaus; über Veranlassung der Reichsregierit ng fand im Hnthenau-Iliius im Grunewald eine Gedenkfeier statt. — In London starb Joseph Cowen, einer der treuesten Freunde IlerzFs, Milbegründer des Jewish Colonial Trust und anderer Institutionen; bis zu seinem linde de:n zionistischen Ideal ergeben und rastlos tälig. — Die jüdisch-sozialistische Tageszeitung in New York „Vorwärts" hat einen eigenen Radiosender in Betrieb genommen. — Dem spanischen Parlament wurde ein Antrag unterbreitet, die alle Synagoge in Gordoba den Juden zurückzuerstatten, um dort eine Jescliiwah einzurichten. — Am 15. Juni verstarb in Kopenhagen Professor David Simonsen im achtzigsten Lebensjahre. Seine 45.0(10 Bände umfassende Bibliothek geht als geschlossenes Ganzes unter dem Titel „Bibliotbeca Simonseniana" nn die Königliche Bibliothek in Kopenhagen über. EBEZ JISRAEL Aus Anlaß des hundertsten Geburtstages Baron Maurice Hirsch, wird in Palästina eine Baron Hirsch-Kolonie errichtet. — Der Katalog des Museums Tel Aviv umfaßt 137 Nummern und zeigt eine schöne Auswahl alter und neuer Kunstwerke von internationaler Bedeutung. — Die Einweihung des Hafens von Haifa soll im Frühjahr 11)33 staltfinden und mit einer großen Handelsausstellung verbunden sein. — Mit Rücksicht auf die durch Dürre mißratene Ernte hat der High Conmtissioner den Zehent (Erntesteuer) auf 1Y£% herabgesetzt. WANDERUNG UND SOZIALE HILFE In Berlin starb im Aller von 81 Jahren Dr. James Simon, Vorsitzender des Hilfsvereins deutscher Jaden, den er zu einem «1er wichtigsten Faktoren des jüdischen Hilfswerkes ausgestaltete. Er hat als hervorragender Kunstsani mler die deutsehen Museen mit wertvollen Spenden bedacht. — Sigmund

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.