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Menorah · 1932-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1932) · p. 186

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
10 (1932)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1932)
Article
Arthur Schnitzler
Date
1932-05-01
Page
186 (sequence 1)
Language
German
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UNSERE AUTOREN ^RTUR SCHNITZLER wurde am 15. Mai 1862 zu Wien als Sohn des Arztes Prof. Johann Schnilzler geboren und schlug nach Absolvierung der Mittelschulstudien ebenfalls die medizinische Laufbahn ein. Nach Erlangung des Doktorats arbeitete er wissenschaftlich in seinem Beruf und gab u. a. zusammen mit seinem Kollegen und Freunde, dem seither zu großer Anerkennung gelangten Lary ngologen liajek, einen bis heute grundlegenden laryngologischen Atlas heraus. Schnitzler war bereits 30 Jahre all, als er mit seinem d ra in at i selien Erstlingswerk, dem Einak lerzyklus ..Anator im Jahre 1893 debütierte. Im Jahre IS9ö folgte dann das Wiener Schauspiel ..Liebelei", und ein Jahr später erschien das Urania „Freiwild", welches durch seine scharfe Tendenz gegen das Duell starkes Aufsehen erregte. Es ist bezeichnend, daß der äußerlich so ausgeglichene Schnitzler mit mehreren seiner Werke durch ihre prägnante Einstellung gegen verschiedene gesellschaftliche Vorurteile und Halbheilen immer wieder lebhaften Widerspruch und starke Diskussion hervorrief. Dies und der Umstund, daÜ Schnitzler Jude war, brachte es mit sich, daß der repräsentative österreichische Dichter dem offiziellen Österreich stets „suspekt" blieb. Es ist daher verständlich, daß dieses offizielle Österreich bei seiner Bestattung fehlte. Die dramatischen Erfolge Schnitzlers, mit der „Liebelei" begonnen, .setzten sich 1899 mit dem starken Einakter ..Der grüne Kakadu" fort und steigerten sich im ersten Jahrzehnt des gegenwärtigen Jahrhunderts mit ,,Der einsame Weg" (1903), .,Der junge Medardus" (1910) zu allgemeiner Anerkennung. Die Szenenreihe ,,Reigen", 1900 entstanden, hat im Laufe der Jahre mehrfach zu Meinungskämpfen in betreff der Darstellung erotischer Themen Anlaß gegeben und wurde später vom Dichter der Bühne entzogen, die sich gegen seinen Willen dieser Dialoge bemächtigt hulte. Früh wandte sich Schnitzler auch dem erzählenden Schaffen zu und eine seiner ersten Novellen „Leutnant Gustl" (1901) entfesselte abermals Entrüstung, diesmal in österreichischen Milil{irkreisen. In den folgenden Jahren erschienen zahlreiche N o v eile n aus der Feder des Dichters, von denen die Zyklen „Frau Berta Garlan", „Dämmerseelen" u. a. zu nennen sind. Im Jahre 1908 entstand Schnilzlers einziger großer Roman „Der Weg ins Freie", eine mit scharfer Psychologie durchgeführte Auseinandersetzung mit dem Juden problem, aus der Perspektive einer für Wien spezifischen jiklisch-groM mrgerliehen Schichic gesehen. Nach den großen novellistischen Erfolgen und dem starken Bühnenerfolg des Schauspiels „Das weite Land" (1911). erschien im Jahre 1912 die Tragikomödie „Professor Bernhardi", in welchem der Konflikt zwischen Priester und Arzt am Bell eines Kranken abermals mit.iiiebig aufgenommen wurde. Der Krieg, der nicht lange nachher ausbrach, ließ jedoch die Diskussion, die das Drama entfesselt halte, verstummen. Aus dem Schaffen des Dichters während der Kriegszeit ist besonders die Journalisienkoniödie „Fink und Fliederbuseh" zu nennen. Das Schaffen Schnilzlers nach dem Kriege umfaßt eine Reihe größerer Erzählungen wie „Casanovas Heimfahrt", „Fräulein Else' (1924), „Traumnovelle" (1923», „Therese" 11928) und als letztes Werk, das wenige Tage nach des Dichters Tode erschien, die Novelle „Flucht in die Finsternis". Die dramatische Produktion Schnilzlers in den letzten Jahren („Die Schwestern", „Komödie der Verführung", „Der Gang zum Weiher") hat die Wirkung der früheren Bühnenstücke nicht mehr erreicht. In den Jahren 1926 und 1927 erschienen auch ein E s s a y b a n d „Der Geist im Wort und der Geist in der Tal" und eine A p h o r i s m e n s a m m 1 u n g „Buch der Sprüche und Bedenken". Als Schnitzler am 21. Oktober 1931, kurz vor Vollendung seines 70. Lebensjahres starb, hatte Österreich einen seiner wenigen schöpferischen Künstler und tiefgründigen Menschen Arerloren. 5. 5. J)R DAVID FEUCHTWANG, geboren 1804 in Nikolsburg (Mähren), studierte an der Wiener Universität sowie am Beth Hamidrasch, (Fortsetzung auf Seite 2J2)

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