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Menorah · 1932-03-01 · Heft 3-4 (März 1932) · p. Seite 184

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
10 (1932)
Issue
Heft 3-4 (März 1932)
Article
Manfred Georg: Theodor Herzl ... [Rezension]
Date
1932-03-01
Page
Seite 184 (sequence 1)
Language
German
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184 MENORAH den diis Gold aus seinen Händen bewirken kann, in Unglück und Fluch. So muß er scheitern, aber noch im Sterben siegt die Tradition. In letzter treuer Erfüllung der übernommenen Pllichlen rettet er seinen Widersacher, der ihn in den Abgrund geschleudert hat, vor dein Tode; doch er selbst atmet in Erstaunen über das unbegreifliche Schicksal, das ihn zu solchem Leben und Leiden verurteilt, am Belle der früh dahingeschiedenen Frau mit ihrem Namen seinen letzten Atemzug aus. Das ist der liefe Sinn des Komanes, daß er die Tiefe und erdgebundene Abhängigkeit des Individuums von der Kette der Generalionen und seine Verbundenheit mit der Landschaft immer wieder auf Neue aufzeigt, die Erdgebundenheit des Menschen verdeutlichen soll. —im. MANFRED GEORG: THEODOR HEUZL. SEIN LEBEN UND SEIN VERMÄCHTNIS. Verlag Ralph A. Höger, Berlin-Wien. Klar, volkstümlich und dramalisch geslallel ist das Leben einer Persönlichkeit, deren Glanz und Name in den letzten Jahren in den Augen der Nachgeborenen verblaßte, dessen Ideen immer weniger von den Leitern der von ihm geschaffenen Organisation gewürdigt wurden."Was in diesem Buche aufgezeigt wird, ist die Kraft, die ausströmt, wenn eine Persönlichkeil, wenn ein ganzes Volk seine Fälligkeit zur letzten Hingabe an eine Idee beweist. Ein Volk kann nicht ohne Glauben, ohne Helden leben. Es genügt nicht, Geld zu sammeln und mit äußerster Anstrengung kleine Vorposten zu erhalten. Was uns nottut, isl die Erneuerung der Große der Idee, die Theodor Herzl formuliert hat, und die Erneuerung der restlosen Hingabe an diese Idee, die seine Gestalt und den Kreis, der sich um ihn schart, aus der vergänglichen Größe in die Ewigkeit der Geschichte des jüdischen Volkes gerettet hal. Das Buch Manfred Georgs, mit der dem Autor eigenen frischen Lebendigkeit und Warmherzigkeit geschrieben, beweist die Eignung zum besten Buche zu werden, das die heutige Zeit der jüdischen Jugend bescheren konnte. —th— BERGE UND LANIER: DER PERLEN¬ TAUCHER. Kütten & Loening, Frankfurt a. M. Ein Buch voll unbeschreiblichem Zauber. Der amerikanische Journalist Lanier hal die Erzählung des Tauchers Berge aufgezeichnet und in der ursprünglichen Frische einer naiven und von Lebenslust gesättigten Darslellungskrai'l liier wiedergegeben. Frühe Kindheit in schwedischen Bergen, Flucht des Vierzehnjährigen, die ersten Begegnungen mit Welt und Menschen auf zweifelhaften Frachtschiffen. Erfüllung einer wunderlichen, im Innersten schlummernden Sehnsucht in die abgründig.' Tiefe der Südsee nach Perlen zu tauchen. Mit der großen Perle lindet er das Schönste, den Freund. Doch kaum vereint, trennt das Schicksal die geschaffene Gemeinschaft. Berge muß von neuem anfangen. Er ringt um Frau, Kinder und Reichtum, doch seine ewige Liebe bleibt das Meer und seine Tiefe. Ein Buch vor» zeitloser Schönheit. —.t. FRANZ OTTWALT: DENN SIE WISSEN. WAS SIE TUN. Malik Verlag, Berlin. Die unerbittliche Darstellung der deutschen Rechtspflege läßt die Person des deutschen Richters, die in dieser Zeit der Umbildung den Angriffen von rechts und links ausgesetzt ist, im Brennspiegel erscheinen. In dem Zwiespalt zwischen Leben und Paragraph enmaschine, zwischen Klassenherrschaf l und Idealismus wird aller Frohmut des jungen Menschen, werden alle Vorsätze zunichte. Ein Nervenzusammenbruch macht den vera.nlwortungsfrohen und Verantwortung suchenden Richter zu einem Bestandteil des Apparates, der über alle Einwände des Gefühls und des gesunden Menschenverstandes mit leerem Klappern die menschenzermalmenden Tanks der Gerechtigkeitsmaschine bewegt. A7— JOHANNA ABELES & SOHN MIEDERSPEZIALITÄTEN WIEN, I, ROTENTURMSTRASSE 23 Herausgeber, Eigentümer und Verleger Dr. Norbert und Josefine Hoffmann, Wien, I., Zelinkagasse 15. Verantwortlicher Redakteur Friedrich Matzner, Wien, V., Margaretengürtel 22. Druck der Waldheim-Eberle A. G. (verantwortl.: Adolf Willschke), Wien, VII. Seidengasse 3—11.

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