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Menorah · 1932-03-01 · Heft 3-4 (März 1932) · p. Seite 183

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
10 (1932)
Issue
Heft 3-4 (März 1932)
Article
Ludwig Lewisohn: Scheilocks letzte Tage [Rezension]
Date
1932-03-01
Page
Seite 183 (sequence 1)
Language
German
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B I B L I O G R A P II I E 183 LUDWIGLEWISOHN: SCHKILOCKSLKTZTi: TAGE. Paul List Verlag, Leipzig. Der Epiker Lewisolm beginnt dort, wo der Dramatiker Shakespeare schließt. Für den Hornau ist nicht das Schicksalhafte des Zusammenstoßes Shyloks mit der fremden venezianischen Well maßgebend, hier wird das jüdische Schicksal liquidiert; ein Strich gezogen zwischen der persönlichen Tragik des Vaters, dem die Tochter geraubt, des Geizhalses, dein sein Geld gestohlen, des Rachgierigen, dem die erhoffte Vergeltung entwunden wurde. Es gill die ewige Tragik des Juden zu zeigen, der nirgends beheimatet, von Stadt zu Stadt, von Kontinent zu Kontinent irrt. Der Zeitgenosse Scheilocks Don Joseph Nassi, ein Maranne. der am Sultanshofe zu Einllul.» und politischer Macht gelangt ist, vermag nicht den heimatlos umherirrenden jüdischen Brüdern in Palästina eine Ruhestätte zu schallen. In Tiberias. wo Scheilock das neue Heim bauen soll, bricht die Hoffnung zusammen. Der ewige Argwohn des bodenständigen Fellachen gegen den friedlich kommenden Fremdling, der nur durch Arbeil und Wohltat sein Anrecht auf den verlorenen Hoden bewähren will, ist stärker als Logik und Dankbarkeit. Nur in der Familie, im kleinsten Kreise ist zeitweilig Ruhe, Vergessen und Sichünden. Um diesen Ausklang zu bewahrheiten, läßt der Autor Scheilock in seinen letzten Tagen mit der verlorenen und wiedergefundenen Tochter und ihren drei Kindern sich vereinen, jenen Knaben, die sie einem geliebten Mann geboren, und die der seiner fremden Welt ergebene Gatte hilflos zurückgelassen hatte. - -all. ERICH KÄSTNER: FABIAN. Deutsche Verlagsanslalt, Berlin. Es hat keinen Zweck, sich Vorwürfe zu machen. Es hat auch keinen Zweck, in dieser irrsinnigen Zeit mit sittlichen Forderungen an Menschen und Dinge heranzutreten. Spielen wir in dieser Komödie des Lebens täglich jene Rolle, die es für uns bereithält. Das soll die Lehre sein, die Fabian, der Moralist, seinen Zeitgenossen durch sein Leben predigt. Lerne schwimmen, denn sonst ertrinkst du bei dem Versuche aus deiner Hilfsbereitschaft heraus am Schicksal des Nächsten an teilzunehmen. Nur ein Dichter durfte es wagen, diese nüchterne Lehren in einem Buche zu geben, das s<> voll ist der Musik des Erlebens, sei es nun in den Tiefen des höllischen Irrsinns dieser Tage oder auf den Höhen unvergänglicher Liebe zur Müller oder zum bestimmten Weibe. Lyrische Musik, ewige Heiterkeit verstehenden Vergessens bewahrt den Menschen und ihrem Schicksal unvergängliche Anteilnahme. F—c. JOSEPH HERGESHEIMER: RERGBLUT. Rowohlt Verlag, Berlin. Stärker als die Erlebnisse des Alltags ist der Instinkt, der im Menschen schlummert, ist die durch Generationen vererbte Lebenserfahrung und Gewöhnung au Dinge und Bedingungen. Wo diese Lebenserfahrung mit Problemen zusammenstößt, für die sie keine Lösung weiÜ, muß der Erbe der Generalionen entweder eigene Lebenstüchtigkeit beweisen oder untergehen. Dieses Schicksal ist dem letzten .Sprossen der in die Bergwildnis Kanadas verschlagenen schottischen Familie beschiedeu. Ohne Sinn und ohne Zweck lebt er dahin. Seine letzte grol.ie Lebenstat bewährt er seiner sterbenden Schwester gegenüber in der unbewußten Erinnerung an den alten Familiensinn der Vorfahren. Hilflos bleibt er zurück, ausgeliefert den Problemen des Lebens, das ihm in der aulopfernden Liebe einer reinen Frau das Schönste beschert, in Gestalt eines großen Vermögens die Möglichkeit verschafft, segensreiche Talen zu vollbringen. Aber seine Unfähigkeit, mit diesen Problemen fertig zu werden, die Schwäche des Nachkömmlings verkehrt alles Glück ins Unglück, läßt die Frau ungewollt zu seinem Opfer werden, verwandeil durch Mißgunst den Segen. /^VTTtJlV/l AD C^l-TTiriFr Größte internationale Kunstwerkstätte für V_-/ JL L X±\Li1lS\ v3v^JLjLX£ 1. Perücken, Scheitel und Transformationen Wien, I., Kärntnerring 6, gegenüber dem Hotel Bristol liefert seit mehr als anderthalb Jahrzehnten den vornehmen orthodoxen Damen aller Länder Perücken 1 Spezialität: Brautscheitel, diese werden der Mädchenfrisur mit verblüifender Täuschung nachgemacht -

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