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Menorah · 1932-03-01 · Heft 3-4 (März 1932) · p. 94

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
10 (1932)
Issue
Heft 3-4 (März 1932)
Article
Thomas Mann ; Richard Beer-Hofmann ; Felix A. Theilhaber
Date
1932-03-01
Page
94 (sequence 1)
Language
German
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UNSERE AUTOREN nPIIOMAS MANN, heule unbestritten der Repräsentant den Ischen Kunstschaffens, hat für sein jüngstes, noch nicht vollendetes Werk die wunderbare biblische Gestalt des Josef zum Helden erwählt. Es ist geradezu Wagnis, in einer Zeil, in der die Gewalt oberstes Gesetz ist, den Grundlypus gewallloser Ciröl.'.e, wie es der Josef der Bibel ist, episch zu formen. Sollte diese Vision des Dichters vielleicht Mahnung durch ein Sinnbild sein? Wir wollen an dieser Stelle dem Dichter nicht nur im Namen der Herausgeber, sondern wie w ir überzeugt sind auch im Namen aller Leser der „Menorah" innigsten Dank sagen, da 1.1 er uns Gelegenheit gibt, noch vor Erscheinen des Werkes in diesem lieft einen eindrucksvollen Abschnitt aus dein Josefsronian zu veröffcnlliehen. ß|{ RICHARD BEER-HOFMANN, geb. 18<i<» in Wien, wo er auch beide lebt, ist ein Meisler dichterischer Formgebung. Er hat \vdoch der Öffentlichkeit gegenüber stets grötflc Zurückhaltung geübt und bisher nur wenig«* Dichtungen erseheinen lassen, darunter das Drama ,,Jaakobs Traum", Vorspiel zu einer Trilogie vom König David und einige Gedichte, die zum Schönsten gehören, das die neuere Lyrik auf zuweisen hat. Wir freuen uns. unseren Lesern dank dem Entgegenkommen des Dichters eines dieser Gedichte bringen zu können. Anläßlich des Goethejahres hat Beei-Hofmann Laust I. und II. Teil für die Aufführung an einem Abend bearbeitet und mit seiner Inszenierung am Burgtheater in Wien groüen Triumph geleiert. JfELlX A. TU TEILHABER. Arzt und SexualwissenschafHer in Berlin - Wilmersdorf. Geboren 1884 in Bamberg (Franken), in München aufgewachsen. 11)11 erschien seine erste gröl.iere soziologische Untersuchung ..Der l"niergang der deutschen .luden4*, ein Blieb, das vielumkümpfl wurde. Lilerariseh Ind Theilhaber in dein Spinoza-Ilembrandl-Roiiuin ..Dein Reich komme" hervor. Von seinen sexualwissenschiifllichen Arbeiten ist die eigenwillige Entdeckung des „tragischen" Goethe in dem Buch ..Goethe. Eros und Sexus" viel umstritten. Zur Jahreswende 1W1/.V2 brachte der Wellverlag von Theilhaber einen Band Biographien jüdischer Nalurforseher und' Erfinder heraus, der den Titel „Schicksal und Leistung" trügt. Die Auswahl beschränkt sich auf schöpferische deutsche Juden der letzten hundert Jahre. WILHELM WACHTEL Die Qualität der Kunst des Malers Wilhelm Wachtel sieht heute nicht zur Frage: denn um diese aufzufinden und nach ihrer Art zu benennen, brauchte es eine weit eingehendere Untersuchung, als sie im Rahmen einer kurzen Notiz möglich wäre. Es ist. wenn man es so ausdrücken kann, die psychologische Seile des Falles, die uns heute interessiert. Der Maler war nämlich in den letzten Jahren zweimal in Erez Israel gewesen. Als ein Mann in reifen Jahren halte er eins heilige Land besucht. Schon lange bevor er die erste Reise angetreten hatte, schien seine Kunst zu einer festen Form gekommen, ehurr Form, durch die er in jüdischen Kreisen populär geworden war. Nun aber begab es sieh, daß unter dem Eindruck jener beiden Reisen diese feste Form völlig zusammenbrach und einer neuen Raum gab. An die Stelle einer dunklen. schbilTen und melancholischen Malerei trat nun eine kräftig zugreifende, von den sonnigen Entdeckungen des Auges bestimmte und erfreute Form. Die Erfrischung erstreckte sich bis in die Mittel der Darstellung. Vor allem die Kreide zeigte, dal.» jetzt eine südlich klare und intensive Farbigkeil das Ziel war. Es war eine durchgängige wesentliche Veränderung — die Verwandlung eines fertigen Malers durch ein Land. Diese Verwandlung halle auch unter anderen l'insländen Beachtung finden dürfen. Für uns aber hat sie einen ganz besonderen Sinn. Denn diese unerwartete und liefgreifende Verwandlung geschah in Erez Israel. Auch an diesem Beispiel — und an ihm ganz besonders — zeigt das Land die seltsam verjüngende Kraft, mit der es auf alle wirkt, die sich ihm anschliel.ien. /'-.

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