Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 9 (1931)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1931)
- Article
- S. Silberstein: Eine in Kupfer gestochene Estherrolle ... [Rezension]
- Date
- 1931-09-01
- Page
- 477 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2912821-2912908-2912914-2927292--10746-2927469- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
S. SILBER STEIN: EINE IN KUPFER GE¬ STOCHENE ESTHERROLLE AUS DER l * NIVER SITÄTSBIBLTOT II EK Z U R O- STOCK, Rostock 1930, in Kommission Ihm Carl Hinstorff. Diese Megilla slamml aus dem Nachlasse des durch als Kenner der rabbinischen Literatur s. Z. gerühmten Rostocker Orientalisten Tvchsen. Die Illustrationen zeigen keine von den gangbaren Typen besonders abweichenden Züge. Dieses Exemplar ist aber das einzige seiner Art. (laß sowohl das Bildwerk, als auch der ganze Text in Kupfer gestochen ist. Allerdings verrät die Herstellung keine Meisterschaft. Immerhin regt die Arbeit zu Forschungen nach ihrer Entstehung an, die vorläufig noch im Dunklen liegt. G. CHAIM BLOCH: DAS JÜDISCHE VOLK IN SEINER ANEKDOTE. Berlin HM L Verlag für Kulturpolitik. Was Ch. Bloclrs Veröffentlichungen so anziehend macht, ist das Ursprüngliche der dargebotenen Materien. Den Chassidismus gibt er uns nicht filtriert und denaturiert, auf Sulonmaßslnb gezogen, sondern quelle.iirein und wahrheitsgetreu. So streut er in diesem seinem neuestem Buche aus dem schier unerschöpflichen Füllhorn seiner Sammlungen bunt durcheinander gemengt das .aus, was zur Erfassung einer historischen Erscheinung und nun gar eines Volkscharaklcrs oft wichtiger ist. als eine ganze Wagenladung historisch beglaubigter äußerer Tatsachen: Anekdoten. Wir teilen nicht die Ansicht, daß das Beste an der Geschichte die Anekdote sei. Daß sie aber, mit kantischer Vorsicht benützl. dem Historiker wertvolle Dienste leisten kann, steht außer Frage. Schon aus diesem Grunde, ganz abgesehen von der Unterhaltung, die die Lektüre dieses Buches bietet, müssen wir dem Verfasser dafür dankbar sein. GrunwaUl. L. LEVY-BRUHL: DIE SEELE DER PRI¬ MITIVEN. Wien, Wilhelm Braumüller. Von Levy-Bruhl, dem bekannten französischen Soziologen, dessen -erstes Werk ,,Das. Denken der Naturvölker" bahnbrechend auf dem Gebiete der Völkerpsychologie gewirkt hat, liegt nun auch sein neuestes Werk in deutscher Ausgabe vor. „Die Seele der Primitiven" ist der Untersuchung jener Vorstellungen gewidmet, die im Geiste der Naturvölker ungefähr denen entsprechen, die wir mit dem Worte ,,Seele" bezeichnen. Levy-Bruhl hat zu diesem Zwecke die Ergebnisse aller Forschungsreisen in Afrika, Amerika, Asien und Neu- Guinea studiert. Gehurl, Heirat. Krankheit und Tod, Träume und Vorzeiten, Zauberei, Wahrsagen, Gottesurteile, ärztliche Behandlung, Jünglingsweihen, Jen seit svorslellungen und alle damit verbundenen Gewohnheiten. Sitten und Gebräuehe der Naturvölker, denen Steine, Bäume, Tiere und auch die Menschen Träger einer mystischen Kraft sind, zieht er in den Kreis der Betrachtung, um daraus gewisse Grundansehauungen abzuleiten, die man als gemeinsame Wurzel der primitiven Mentalität ansehen kann. Diesem Werk kann auch der gebildete Laie dank der Fülle des darin verarbeiteten Materials hohes Interesse abgewinnen. ROMAIN ROLLAND: JOHANN CHRISTOFS JUGEND. Verlag Rütten & Loening. Frankfurt a. M. Ein dankenswertes Unternehmen des Verlages, dieses Epos der europäischen Kultur in einer ungekürzten Sonderausgabe zu volkstümlichem Preise (Rmk. '.Vl'V) auch dem weitesten Publikum zugänglich zu inachen. .,Johann Christof" liest man nicht wie ein Buch, man erlebt ein Leben, die Gesittung unserer Generation. ert.