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Menorah · 1931-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1931) · p. 376

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
9 (1931)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1931)
Article
Arye L. Peysak
Date
1931-07-01
Page
376 (sequence 1)
Language
German
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ARYE L. PEYSAK In Arye L. Peysak haben wir einen jüdischen Palästinamaler, der nicht nur Formen, Farben und Licht der palästinensischen Landschaft malt, sondern diese Erde und1 ihre Gestalten mit dem Auge des jüdischen Künstlers, mit dem Herzen des jüdischen Menschen erlebt. In seinen heiligen Stätten und Städten, seinen Chaluzim und biblischen Gestallen steigern sich Erkenntnisse, die hinler die Erscheinungen dringen, und Glulen, die aus dem Gefühl tiefer und stolzer Verbundenheit wachsen, zu Kunstwerken, die das Wirkliche zum Visionären verdichten. Sie tragen in den realen Grund der Erscheinungen und Formen die zauberhafte Glut und Farbe des Landes, die Liebe und Andacht des ergriffenen Juden. Das dominierende Rot der Erde ist der Grundton in Peysaks Bildern, die Hitze und das Flimmern der Luft malt er in starke leuchtende Konturen hinein (Momente, die technisch leider die Reproduktion Peysakscher Bilder in Schwarz-Weiß erschweren und1 sie im nichlfarbigen Druck an Wirkung einbüßen lassen). Jahrelang suchte der Künstler nach der Leinwand, die die Farben so aufnahm, daß das Schimmernde und Unwirklich-Wirkliche der Stimmungen lebendig ward. Unzählige Skizzen und Entwürfe zeugen von dem ehrlichen Kampf und der Intensität dieses Suchenden. Er brachte es auch technisch zu sehr interessanten Ergebnissen, die der Aufgabe der Paläslinamalerei besser gerecht wurden, als die Arbeiten vieler anderer vor ihm. Die hinzukommende malerische Begabung Peysaks und die IcHeenkraft seiner Persönlichkeit lassen uns eine fortschreitende und besondere Entwicklung dieses Talentes erwarten. Wir dürfen in seinem Werk nicht nur eine im tieferen Sinne jüdische Kunst, sondern auch eine befreiende künstlerische Tat begrüßen, weil es zum erstenmal mit Überzeugungskraft und letzter Konsequenz nicht das d'uldend-ahasverische, das ewig leidvolle, das gequälte Ghettojudentum, sondern die Größe jüdischer Überlieferung und Geschichte, den Willen jüdischer Gegenwart und den Heroismus jüdischer Jugend in d'en Mittelpunkt künstlerischen Schaffens stellt. Der „Chaluz", der, aus dem Boden gewachsen, mit ihm verwachsen, das Land bestellt, umgeben von dem Geheimnis des Himmels und der Berge, ist ein Bild des Glaubens an jüdische Jugend und Erneuerung. In den „Chaluzim" ist der jüdische Mensch gemalt, der an die Fruchtbarkeit und Blüte des Landes glaubt. Weiße Blumen werden zu Sinnbildern heiligen Lebens, vielfältiges Rot des Bodens und der Ferne, wehendes Grün der Palmen zum Klang des Landes. Um Seen, Bäume und Brunnen, um Menschen, Tiere und Häuser läßt der Künstler diesen Glanz, diese fromme Einfall lebendig werden, hinter denen das Wunder nah zu sein scheint. Auch die biblischen Bildier des Künstlers weisen diesen starken Impuls, diese Deutungskraft eines Dichters und Kiinders. Bilder aus dem Leben Moses', Davids, Simsons und anderer Großer hat er geschaffen, die den Anfang zu einer verheißungsvollen Reihe bilden, mit der er in symbolischen Triptychen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft Israels darstellen will. Peysaks Menschen, in welche Zeit, in welche Geschehnisse er sie auch hineinmalt, sind Träger jüdischer Geschichte und jüdischen Schicksals, seine Landschaften sind Bekenntnisse zum Lande der Väter, seine künstlerisch cn Gleichnisse wachsen aus dem Boden jüdischen Erlebens. Er malt „Jerusalem" und er malt es mit diesem andächtigen Baum auf roter Erde, mit dem unirdischen Schimmer der Sterne, als die ewige Stätte unseres Glaubens. Will Pleß LLOYD TR1ESTINO Durch die Indienststellung des neuen überaus luxuriös ausgestatteten 15.000 Tonnen-Motorschiffes Victoria" wird die Fahrt von Triest, Venedig und Brindisi nach Alexandrien in 60 Stunden zurückgelegt werden. An Bord dieses Schiffes wird der Reisende alle Bequemlichkeiten eines mondänen Hotels finden. Den Dienst auf der wöchentlichen direkten Palästinalinie versehen die bequemen Schiffe ,,Adriact und ,,Carnaro", die beste Verbindung zwischen Adriatischem Meer und Palästina.

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