Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 9 (1931)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1931)
- Article
- Jüdische Familiengräber bei Jerusalem
- Date
- 1931-07-01
- Page
- Seite 349 (sequence 5)
- Language
- German
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JÜDISCHE FAMILIENGRÄBER BEI JERUSALEM 349 Abb. 5. Inschrift auf dem Deckel eines Ossiiurs: 'EtP i"Q 'ittStT Schalomzi, Tochter des Schammaj Ossuarien sind sowohl in ihrer äußeren Gestalt wie in ihrer Größe sehr verschieden. Zumeist ist ein Ossuar etwa 50 bis 60 cm lang, etwa 25 cm breit und etwa 30 cm hoch. Doch gibt es große Ossuarien, die die Länge von 1 m, und kleinere, die die Länge von nur 30 cm erreichen. Auch die Deckel der Ossuarien sind von verschiedener Art. Es gibt flache, sattelförmige und giebelige Dekkel. Die meisten Ossuarien weisen V e r z i cr u ngen auf, die zumeist aus geometrischen Ornamenten bestehen. Das Ornament ist fast immer an der Vorderseite des Ossuars angebracht, seltener an den Schm;ilseilen, beziehungsweise am Deckel. Gewöhnlich besteht es aus zwei oder drei Rosetten, die von einem Rahmen aus geraden oder Zickzacklinien umgeben und durch ebensolche Linien voneinander gelrennt sind. Häufig kommen auch blütenarlige Verzierungen vor. Die Darstellung der stilisierten Palme —vor allein aber des Palmenzweigcs — ist ein besonders beliebtes Motiv. Ab unid zu werden auch Teile von Gebäuden, in erster Linie der Eingang in das Gebäude oder die Mauer desselben dargestellt. Eine interessante Darstellung einer Mauer gibt ein Ossuar wieder, das bei den vom Verfasser dieser Zeilen gemeinsam mit Dr. St e k e 1 i s in Ramat-Rachel durchgeführten Ausgrabungen zum Vorsehein kam. (Siehe Abb. 2.) Von besonderem Interesse sind vor allem diejenigen Ossuarien, die neben einem Ornament auch eine Inschrift enthalten. Die Ossuar Schriften sind in hebräische r, a r a m ä i s c h e r und gri e c h is eher Sprache abgefaßt. Zumeist enthalten sie bloß den Namen des Verstorbenen. Unter den männlichen Namen sind die häufigsten: Eleasar, Joehanan, Jchuda, Jehossef, Jeschua (auch griechisch „Jcsos"), Simon, unter den weiblichen: Mirjam, Martha, Schalom, Scbalomzion (griechisch „Salome"), Schefeira (griechisch „Saphena"). Diese Namen waren zur Zeit der Hasmonäer und des Herodes ziemlich stark verbreitet. Zumeist wird auch der Name des Vaters, bei Frauen manchmal auch der des Mannes angegeben, zum Beispiel Jehuda bar Chananja, Jchuda ben Amram, Jehossef bar Jochanan, Simon ben Jeschua, Schalom escheth Jehuda, Schalomzion halb Simon Hakohen. Auf einem vom Verfasser dieses Aufsatzes entdeckten Ossuar lautet der Name: Schalomzi bath Schamai. (Siehe Abb. 5.) „Schalomzi* ist eine Abkürzung für Schalomzion, ein Frauenname, der