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Menorah · 1931-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1931) · p. Seite 346

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
9 (1931)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1931)
Article
Jüdische Familiengräber bei Jerusalem
Date
1931-07-01
Page
Seite 346 (sequence 2)
Language
German
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346 MENORAH Abb. 2. Ein Ossuar mit der Darstellung einer Mauer (Ramat-Rachel) liehe Gesamtausgabe aller bisher entdeckten Ossuarinschrifteii, deren Zahl in der Nachkriegszeit sich durch die systematische archäologische Arbeit stark vermehrt hat, fehlt freilich noch, so notwendig sie wäre. Es ist bekannt, daß die Juden Jerusalems in der nachexilischen Zeit F a m i 1 i eng r äb e r, in Felsen gehauen, in der nächsten Umgebung der Stadt anlegten (in der Stadt selbst durften bekanntlich keine Tolen bestattet werden). Oft wurden auch alle Anlagen neu in Gebrauch genommen und als Familiengräber benutzt. Durch die intensive Bautätigkeit in den neuen Stadtvierteln von Jerusalem, die in den letzten Jahren enlslanden sind, sind nun zahlreiche dieser Gräber zum Vorschein gekommen. Eine große Anzahl dieser Grabanlagen wurde von verschiedenen archäologischen Gesellschaften, vor allem von der Jüdischen Archäologischen Gesellschaft, zuletz,t auch von der Hebräischen Universität, ausgegraben und erforscht. Die erstgenannte Gesellschaft hat Familiengräber in Naehlath-Achim, in Machnajim, am Skopusberg und zuletzt in Raum {-Rachel freigelegt und eine Anzahl von Grabanlagen, vor nllem in der Umgebung des Absalon-Denkmals untersucht. Ein solches Familiengrab besieht zumeist aus einem offen in den Felsen gehauenen Vorplatz, von dem man durch eine mit einer Platte verschließbare Türöffnung in den Hauplraum gelangt. Um diesen gruppieren sich zwei oder mehrere Kammern, in deren Wänden sich sogenannte K u c h i m ( — Schiebegräber) öffnen. In die Kuchim wurden die in Tücher gehüllten Leichen auf Brettern hineingeschoben. (Von der Anlage der Kuchim und der Felsengräber überhaupt ist im Talmud mehrfach die Rede.) Der beigeselzle Leichnam blieb im Kucli ein bis zwei Jahre, bis das Fleisch von den Knochen geschwunden war. Dann wurden die Knochen des Verstorbenen gesammelt und in einem O s> s u a r i u m deponiert. Die aus weichem Kalkstein gemeißelten

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