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Menorah · 1931-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1931) · p. 339

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
9 (1931)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1931)
Article
Künstler unter sich
Date
1931-07-01
Page
339 (sequence 1)
Language
German
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„Künstler unter sich" (Jüdische Künstler der Berliner Secession) ..Künstler unter sich" nannte die Berliner Secession ihre diesjährige große Ausstellung, die. eine interessante Schau von Individualitäten, ausschließlich Künstlerporlräts brachte. Maler und Bildhauer haben ihre Kollegen aus der bildenden Kunst und «den Naehbarkünslen (Dichtung, Musik und Bühne) konterfeit. Kein Wunder daher, daß diese Ausstellung zu den lebendigsten und sehenswertesten des Sommers gehört. Es sprüht Funken und gibt Spannungen ganz anderer Art als bei allgemeinen Porträts, wenn die Kollegen sieh gegenseitig sitzen. Aber man blieb gar nicht so ganz unter sieh, wie die Überschrift der Ausstellung besagt —: man lud als Eröffnungsredner Alfred D ö b 1 i n ein, und dieser zog, was wohl kaum gewünscht war, gegen die Kunst von heute vom Leder. Dieser bekannte, in Berlin lebende jüdische Arzt und geistvolle Romancier sagte den Malern einige kräftige Wahrheilen, zweifelte die Existenzberechtigung der heutigen Malerei an und bezeichnete sie sozusagen in ihrer jetzigen Form als einen unnötigen Luxus. Diese impulsiven Äußerungen, die entschieden über das Ziel hinausschössen, stießen aber mutig auf entscheidende Fragen über die Wege der Gegenwartsmalerei vor und regten zu eingehenden und klärendem Diskussionen in der Presse an. Bald darauf wurde in Berlin eine Vereinigung gegründet, die es sich zur Aufgabe gestellt hat, die Architektur, die bei ihrer Säubcrungsaklion die Malerei ganz vergessen halte, mit ihrer Naehbarkunsl wieder zu befreunden \u\.<\ Anregungen zum genieinsamen Schaffen zu geben. Wenn hier von jüdischer Seile theoretisch ein wesentlicher Impuls ausging, so tritt auch praktisch auf der Seccssionsausslellung das jüdische Element stark und interessant in Erscheinung. Unter den Malenden sowold wie unter den Gemalten. Zum Besten und Stimmungsvollsten gebort Eugen Spiros Pianistenbikl von Franz Osbom (dem Sohne des Berliner Kunstkritikers Max Osiborn). Ein ganz jüdisches Bild ist sein „Ludwig Hardt liest Heine" — Heines beflügelter Geist lebendig werdend in dem begeisterten Interpreten, gedeutet vom spezifischen Verständnis des jüdischen Malers. Zu den eigenartigsten jüdischen Porträlköpfen, die man seit langem auf Ausstellungen sab, gehört Pascins, des kürzlich verstorbenen, bedeutenden französisch-jüdischen Malers Porträt .dsaac Grünwald". (Ms handelt sich um den aus dem Osten stammenden lange in Schweden lebenden Maler Grünwald, der in der schwedischen Malerei der Gegenwart eine führende Stellung hat.) Das Faszinierende, leidvoll-Osliscbe, -rlns skeptisch-Jüdische dieses einprägsamen Kopfes hat Pascin in seiner höchst bemerkensAverlen Leistung getroffen. Ein Bild jüdischen Humors schuf Charlotte Berend in dem Porträt des Schauspielers Paul Graelz, voll zwinkernder Heiterkeit und gemütvoller Schalkhaftigkeit. Leo Miclielsons Selbstbildnis mit einem Malerkollegen zeigt sprühendes Temperament und Farbe. Ergreifend ein neues Selbstbildnis Lesser Urvs mit dem sich wehrenden Temperament. des Künstlers hinter dem Schleier der Allersmüdigkeit. L'nler den Plastiken ist des Frankfurter Benno Elkan Maske von Pascin eine hervorragende Leistung. K. II. Isensteins Porlrätskizze Alfred Düblins (des obengenannten Dichters) ist von sprechender Ähnlichkeit. Besonders fiel Isensteins neue Heine-Büste auf, die der Künstler für den Deutschen Dichlergarten in Cleveland (Ohio) geschaffen hat; in dieser interessanten Auffassung ist nicht zuletzt das Jüdische in der Physiognomie dieses genialen Kopfes unterstrichen. Eine große Beihc weiterer jüdischer Maler und Bildhauer sind mit beachtlichen Leistungen vertreten. Alle Namen zu nennen, würde zu weit führen. Aber wir dürfen als wichtig feststellen, daß diese, eine der ergiebigsten Berliner Ausstellungen dieses Jahres, wesentliche und allgemein anerkannte Schöpfungen jüdischer Künstler zeigt. Will Phss

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