Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 9 (1931)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1931)
- Article
- Zwei jüdisch-arabische Märchen aus Marokko
- Date
- 1931-05-01
- Page
- Seite 263 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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- Elijah 1× ep/1004307
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ZWEI JÜDISCH-ARABISCHE MÄRCHEN 263 Am Tage der Becükat Chamez verließ der Mann nun sein Haus und ging fort, ohne zu wissen, was er tun sollte. Er traf einen Mann, der ihn anrief: „He, du! Du sollst wissen, daß ich ein Fremder bin. Jetzt möchte ich einen Platz finden, wo ich das Eest verbringen kann; denn morgen ist doch Pessach. Ich will bezahlen, was es kostet/' Der Arme antwortete ihm: ,,Sei willkommen, mein Herr! Was ich esse und nieine Kinder, das iß mit mir.'' Da sagte der Fremde: „Mein Bruder, nimm ein wenig (ield hier als Vergütung für die Auslagen und vor zeih mir, daß ich dir nur das gebe.'' Der Anne nahm das Geld und fragte: „Wie heißt du, mein Herr, damit ich dich am Abend wiederlinden kann?" Der Fremde antwortete: „Mein Name ist Ribbi Nissim el Mizri/' Der Arme ging sehr froh heim zu seiner Frau und sprach zu ihr: ..Meine liebe Frau, da ist's, was wir zum Fest brauchen! Der Herr hat jemand geschickt, der uns etwas gegeben hat, um das Fest zu leiern - Colt segne ihn — ein Fremder, der mir dieses Geld hier gegeben hat/" Der Mann ging fort und besorgte alles, was zum Fest nötig war, und es blieb ihm noch (ield übrig. Als er dann zu seiner Frau zurückkam, sprach er: „Meine Liebe, wenn dieser Fremde kommt und dich nach mir fragt, so führe ihn ins Haus und empfange ihn sehr freundlich. Denn wenn er nicht wäre, sätöen wir ohne alles da während des Festes/" Die Frau antwortete ihrem Mann: „Mit Freuden, mein Lieber/' Der Mann wusch sich, ging zur Synagoge und betete Mincha. Als er nach Hause kam, fragte er seine Frau, ob Ribbi Nissim el Mizri gekommen sei. Sie sagte ihm: ..Nein." Da ging der arme Mann fort und überlegte, wo er ihn linden könne. Jeden, den er traf, fragte er: „Mein Herr, weil.U du, wo Ribbi Nissim el Mizri wohnt?" Doch man antwortete ihm: „Nie haben wir diesen Namen gehört." Der Arme ging wie ein irrsinniger umher ohne Verstand. Zur Zeit des Abendgebets ging er in die Synagoge, um zu beten. Als er in der Amida stand, erschien ihm der Fremde im Geiste und sprach: „Mein Herr, ich bin's, der dir am Morgen begegnet ist und der dir dieses (ield gab. damit du dir etwas zum Fest kaufest. Mein Name ist Elija hannuwi, wenn ich dir auch sagte, ich hieße Ribbi Nissim el Mizri.4' Als der Arme die Amida beendet hatte, ging er sehr froh heim, umarmte seine Frau und seine Kinder, freute sich mit ihnen und verbrachte das Fest, wie es vorgeschrieben ist. Es blieb ihm noch Geld, und später wurde er reich — bis zu seinen Kindeskindern, weil auf ihnen der Segen des Propheten Elija ruhte. Und so geschieht jedem, der Gott fürchtet. Er vollbringe an euch viele Wunder! Amen.