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Menorah · 1931-03-01 · Heft 3-4 (März 1931) · p. Seite 191

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
9 (1931)
Issue
Heft 3-4 (März 1931)
Article
Noah Elstein: Plight of Perez ... [Rezension]
Date
1931-03-01
Page
Seite 191 (sequence 2)
Language
German
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BIBLIOGRAPHIE 191 verfolgten Einwandererl'ninilie. Er, seine Schwester und sein Bruder arbeiten in einer Guinmimäntelfabrik, der Vater bügelt, die Schwester ist arbeitslos. Peretz liebt die feinsinnige, belesene, spröde und stolze Dora, heiratet aber schließlich, halb durch die Familie gedrängt, halb von Dankbarkeit gelrieben, die ungebildete, herzensgute Sadie. Alle Gestalten stehen auf festen Beinen, am überzeugendsten ist wohl die Mutler Peretz' geraten, mit deren Seufzen am Waschtrog das Buch einsetzt. Es ist ein feiner Zug. Avenn die Alle, die wirklich vor Kreuzschmerzen kaum stehen kann, ihr Stöhnen übertreibt, sobald sie den Sohn im Hause -weiß, und eben dadurch sein reges Mitleid ertötet. -— Iiier ist ein vielversprechendes Talent, das ist sicher. Paula Arnold. ANDRE MAUROIS: BYRON (mit 24= Bildtafeln). R. Piper & Co. Verlag, München. Diese Buch ist die Lebensgesehichlc Byrons und keine kritische Studie über Byrons Bedeutung als Dichter oder über seinen literarischen Einfluß. Aber vielleicht gerade deshalb wird seine Wirkung so weit reichen, die Leser wieder dem heule halbvergessenen Werke Byrons zuzuführen. Man ki>mit mehr oder weniger die Titel der Dichtungen, man erinnert sich zur Not an die Wirkung, die Byrons Persönlichkeit auf Goethe, auch auf Heine ausübte, man weiß, dal.» Byron sozusagen der Erfinder des .,Weltschmerzes" war. das ist auch alles. Maurois' Buch ist die Darstellung eines Lebens voll dramatischer Spannung und dramatischer Handlung des Kampfes um Gerechtigkeit und Freiheit, um eine neue Wcllordnung, indem Byron die Gefühle von Millionen Menschen der napoleoiiischen Zeil zum Ausdruck brachte. Trotzdem der Autor nur Historiker sein will und die Distanz sich selbst auferlegt, trotz der Fülle der Dokumente und Briefe ist ein lebendiger Mensch in seiner Größe und Tragik zu spüren, dessen Persönlichkeit so stark ist, daß sie die Distanz nicht achtet, den Historiker zur Anteilnahme zwingt. Das Buch vermittelt uns aber nicht nur die Lebensgeschichte eines über seine Zeilperiode hinaus repräsentativen Menschen, sondern auch den Einblick in ein Stück Kulturgeschichte Europas am Beginn einer Epoche, der Byron unverkennbar, für alle Zeit seinen Stempel aufgedrückt hat. F.II. IRENE NEMIROVSKY: DAVID GOLDER. S. Fischer Verlag, Berlin. Ein merkwürdiges Buch. Erzählt wird das Lebensende eines jüdischen Spekulanten, aus Rußland stammend, in Frankreich lebend, auf nichts anderes eingestellt, als auf den Gelderwerb. Seine Frau, seine Tochter betrachten ihn als Geldquelle, als Mittel, um ihre kostspielige Lebensführung zu rechtfertigen. Eines Tages, auf dem Höhepunkt einer gewagten Spekulation ereilt ihn der physische Zusammenbruch. Aus Lebensgier läßt er lieber seine Schütze fahren, flüchtet in den Konkurs, um den Kampf zu meiden und das nackte Leben zu erhalten. Seiner Tochter gelingt es, ihn wieder aufzurütteln. Um ihr ein Leben in Reichtum und Schönheit zu sichern, stürzt er sich noch einmal in den Trubel der mörderischen Geschäfte und es gelingt. Dieser letzte Weg hat ihn in das Land geführt, aus dem er ausgezogen ist. Auf der Heimreise stirbt er in den Armen eines jungen Juden, der gleich ihm auszieht, das Glück zu suchen. F. A DR 1 EN NE THOMAS: „DIE KATRIN WIRD SOLDAT". Verlag Ullstein, Berlin. Das Tagebuch eines jungen Mädchens, einer Jüdin, die in ihrer Heimatstadt Metz den Krieg aus erster Hand erlebt. Mit scharfer Beobachtungsgabe schildert Katrin die Schulzeit, die Kriegsbegeislerung und die O FI4A/1 AR ^r^l—flF^F Größteinternationale Kiinstwerkstätte für KJ l ITT1t1/\1V l 11SL Jl Perücken, Scheitel und Transformationen Wien, 1., Kärntnerring 6, gegenüber dem Hotel Bristol liefert seit mehr als anderthalb Jahrzehnten den vornehmen orthodoxen Damen aller Länder Perücken ■- Spezialität: Brautscheitel, diese werden der Mädchenfrisur mit verblüffender Täusdiung nachgemacht 1

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