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Menorah · 1931-03-01 · Heft 3-4 (März 1931) · p. Seite 188

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
9 (1931)
Issue
Heft 3-4 (März 1931)
Article
Zur Wirtschaftslage in Palästina
Date
1931-03-01
Page
Seite 188 (sequence 2)
Language
German
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188 MENORAH der einem Drillel des gesamten Aufkommens der Regierung an Steuern, Zollen und Abgaben entspricht. Dazu kommt verschärfend' die überaus schlechte Fremdensaison als Folge der Depression in Europa und Amerika. Man schätzt die Zahl der Touristen nur auf 30% der vorigen Saison. Auch die Orangenverschift'ungen bringen diesmal nicht die übliche Erleichterung. Die Preise waren in England wie imf dem Festland zwar zufriedenstellend, nach diem Rückgang von Mitte Dezember bis Mitte Jänner sogar gut. Aber wegen Wetlerschäden ist die Ernte klein. Man schätzt sie um M00.000 Kisten niedriger als in der vorigen Saison. Während sonst die Verschiffungen bis in den April hinein andauern, werden sie in diesem Jahre schon Anfang März aufhören. Die Zollerhöhung in Ägypten hat zudem den einzigen Absatzmarkt für die minderwertige Frucht, idie sogenannte Barara, gesperrt. Die Pflanzer blieben daher nur auf den Inlandsmarkt angewiesen und mußten zu spottbilligen Preisen verkaufen. Immerh.in ist das Gesamtergebnis der Orangensaison nicht schlecht. Sehr gute Erfolge haben die Grapefruit pflanzer dank ihrer neugebildetcn Organisation erzielt. Die Kiste brachte in England und auf dem Festland 20 Mark. In den Kreisen der Orangenpflanzer groift die Idee um sich, eine ähnliche Organisation zu schaffen. Der Baumarkl, der während des vergangenen Jahres sehr lebhaft war, ist still geworden. Wegen der Unsicherheit über die praktische Handhabung der Einwanderungsregulierung (durch die Mandat sverwallung, Indien Leute mit disponiblem Kapital Angst, es in Häusern anzulegen. Das Kapital wandert daher auf die Depositenkonten der Banken zum großen Teil als Einlagen auf bestimmte Frist. Schon im letzten Jahr sind nach den kürzlich veröffentlichten Bilanzen von drei kleinen Genossenschaftsbanken die langfristigen Einlagen stark gewachsen. Die Zahl der Insolvenzen, in erster Linie im Kleinhandel, ist infolge dieser Stockung in letzter Zeit gestiegen. Eine Besserung kann man erwarten, wenn sich die politische Lage geklärt haben wird. Ernst Davis UMSCHAU für die Zeit vom 1(5. Jänner bis 15. März 19:U. AUS ALLER WELT. In Berlin starb Kommerzialrat Gerson Simon, langjähriges Mitglied1 und Vorsitzender des, Vorstandes der jüdischen Gemeinde. - Kapitän Pontremoli. Enkel Luigi Luzatlos. wurde zum Admiral der italienischen Kriegsmarine ernannt. — Baron Edmond Rothschild hat der Jewish Agency für das Palästina- Budget 30.000 Pfund Sterling zur Verfügung gestellt. -— In Warschau starb der agudislische Sejm-Abgeordnete Elias Kirschbraun- Präsident der Repräsentantenversainmlung der Warschauer jüdischen Gemeinde. —■ Das Gesetz über die Abschaffung der aus der Zarenzeit stammenden Beschränkungen gegen die jüdische Bevölkerung in Polen wurde nunmehr auch vom Senate angenommen. —■- In Lemberg starb Dr. Hermann Diamand, führendes Mitglied der polnischen Sozialdemokratie. Dinmand wurde unter großer Teilnahme der jüdischen Arbeiterschaft in einem Ehrengrabe der jüdischen Gemeinde beigesetzt. — In Wilna (Polen) wurden 89 jüdische Sozialisten unter Verdacht des Kommunismus verhaftet. - In Moskau wunden leitende Führer der jüdischen sozialdemokratischen Partei (Bund), die sich den Menschewiken angeschlossen halte, als Feinde des Kommunismus verurteilt. — Rechtsanwalt Samuel Levy wurde zum Bürgermeister von Manhattan (New York im engsten Sinne) gewählt. EREZ JLSRAEL. Der Vertrag zwischen der Irak Petroleum Comp, und der palästinensischen Regierung betreffend die Legiing der Öl-Rohrleitung von Mossul nach der Bucht ITaifa-Akko ist veröIfen (licht worden. — Die Tagung der As.sefalb Ilaniwcharini (jüdische Nationalversammlung) endigte mit dem Auszuge der revisionistischen Gruppe, die vergeblich gegen die Teilnahme der Jischuw an den von Professor Weizmann geführten Verhandlungen mit der englischen Regierung Protest eingelegt hatten: dii'Cse Gruppe ist daher in dem neugewählten

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