Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 9 (1931)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1931)
- Article
- Neuzeitliche jüdische Kultgeräte
- Date
- 1931-03-01
- Page
- 150 (sequence 2)
- Language
- German
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Ludtvifj Wölpeit Becher in Silber und Glas Abteilung zeigt einen auIschl ußreichen Querschnitt aus den Werkstätten neuzeitlicher jüdischer Sakralkunst. Auch an all den hier ausgestellten jüdischen Kultgegensländen aus neuerer Zeit ist das Bestreben sichtbar, ein inniges Verhältnis zwischen Kult und Gegenwartsleben zu schaffen, übeiiiidene Symbolik zu vermeiden, Klarheit und Einfachheit im modernen Sinne zu betonen. Eine besonders glückliche Lösung auf diesen» Wege isl ein C.hanukkahleuchter von Abraham Hasgall. der in einfacher, aber weihevoller Form moderne Gestaltung mit Traditionellem verbindet. Auch Joachim K a h a n e s Chanukkaleucbter, der knapp auf Symbolik eingeht, und der sehr streng und sachlich gehaltene Leuchter von Ludwig W o 1 p e r t sind begrüßenswerte Leistungen. Interessant sind die Versuche, Glas als Werksloli zu benutzen. Von einem Becher oder einein in Linie und Anordnung streng modernen Chanukkaleuchter aus Glas, ^vie sie Mirjam R o s e n t h a 1 schuf, gehl eine zarte schimmernde Wirkung uns. Dagegen gehen Wolperts kleine Leuchter aus Glas und Silber und sein silberner Chanukkaleuchler in der Vereinfachung und Vcrsarhlichung zu weil. Die keramischen Arbeiten auf diesem Gebiet. Majolikaleiichter von Lea llalpern, Lotte B u d, A. Z a k o w s k i erreichen eine besondere Wirkung durch (Iii4 Wärme der Farben und die Weichheit des Materials. Die silbernen Hecher, Leuchter. Bsomimbiiehsen von Lmmy H o I h stellen vorbildliche Beispiele d;u\ wie weil man sich in der Xeuformung vorwagen kann, ohne Kultisch-Traditionelles zu verwischen. Die zwei Thora vorhänge der Synagoge Prinzregentenslral.te. entworfen von Alexander B e e r. die hier gezeigt werden, verwenden moderne Linien und stilisierte Symbole in der Ornamentik: jedoch gelangt dabei nur der eine (weil.'ei zu geschlossener Wirkung. Von besonderer Schönheit sind zwei, mit einheitlichem einlachen Linienschmuek in Weil.» und Gold gehaltene Thora vorhänge, die der Architekt 1 larrv \\ o s e n I h a 111 ent wa rl. Sie /eigen, wie eine von ihm ausgeführte ewige Lampe, die starke Begabung dieses K ünstlers zur Gestaltung kultischer Gegenstände, eint' Begabung, die sich gelegentlich anderer religiöser Ausstellungen, auch auf dem Gebielc jüdischer Kult b a u t e n. als eminent schöpferisch erwies. Auf jedem Teilgebiet ist man also mich im jüdischen Lager mit einer gewissen Konsequenz den Weg zur Durchdringung kultischer Gestaltung mit modernem Formgefühl gegangen. Wenn die Kunst liier, unter pieliifvoller Wahrung des traditionell Geheiligten und von der Überlieferung Bedingten, eine Xeubelebung kultischer Formen, und eine verinnerlichle Beziehung des Gegen warlsmenschen zum Religiösen schafft, so erfüllt sie eine hohe Aufgabe, auch im Sinne jüdischer Kunst. Will Pleß l) Yide 3renorahK N'r. s. V. Jahrgang: (19i'T): Jüdisches von der Sonderschau „Religiöse Kunst",