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Menorah · 1931-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1931) · p. Seite 92

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
9 (1931)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1931)
Article
[Nachricht]
Date
1931-01-01
Page
Seite 92 (sequence 2)
Language
German
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92 MEN ORAH gestiegen; die Zahl ider Wanderer deutscher Staatsangehörigkeit ist jedoch im Abnehmen begriffen. — Die Immigrationskommission der Vereinigten Staaten hat einen Gesetzentwurf über die Einstellung der Einwanderung in den nächsten zwei Jahren angenommen. — Nach Angaben der statistischen Kommission der Ozel beträgt die Zahl der selbsttätigen Juden in Rußland 1,098.000 und soll durch die im Rahmen des Fünfjahrplanes vorgesehenen ökonomischen Maßnahmen auf 1,350.000 gebracht werden; die Gesellschaft Ort hat mehrere Kooperativfabriken für jüdische Deklassierte begründet. WISSENSCHAFT UND KUNST. In Kattowitz starb der Maler Josef Appelbaum. — In Tel Aviv wurde ein Museum für jüdische Kunst errichtet, das Werke aus aller und neuer Zeit aufnehmen soll. — In Berlin starb der Physiker Professor Eugen Golclstein. — Der Direktor des Royal College of Art, der Maler William Rothenstein, wurde in den Rilterstaiid erhoben. — Der Maler Maurice Minkowski hat bei einem Autounfall in Buenes Aires den Tod gefunden. — In Jerusalem wurde aus den Stiftungen der Musiker Mischa Elman, Gabrilowitsch und Achron ein Musikinstitut zur Fortbildung begabter Musiker begründet. — Professor Doktor Sukcnik berichtete in einem Vortrage über die Auffindung jüdischer Gräber aus der Zeit der Tempelzerstörung, unter 'denen sich auch ein Ossuar mit der Aufschrift Jesus, Sohn des Joseph vorfand. Verbesserung der ScJiiffskurse Tri est — Palästina Der Reiseverkehr nach Palästina ist durch die neue direkte Eillinie des Lloyd Triestino wesentlich verbessert worden. Die mit modernen Maschinen ausgerüsteten Salondampfer Celio und Carn-aro fahren von Triest jeden Mittwoch ab und berühren auf der Reise Brindisi und Larnaca (Cypern). Die Fahrfcdauer beträgt viereinhalb Tage. Rituell lebenden Passagieren wird koschere Verpflegung geboten. BIBLIOGRAPHIE DR. MAX FREUDENTHAL: LEIPZIGER MESSGÄSTE. Die jüdischen Besucher der Leipziger Messen in den Jahren 1675 bis 1764. Schriften der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums. Nr. 29. J. Kauffmann-Verlag, Frankfurt. Forscher auf den Gebieten der jüdischen Kulturgeschichte, des jüdischen Handels und der jüdischen Familiengeschichte werden dem verdienstvollen Nürnberger Rabbiner für dieses Werk zu gleichen Teilen aufrichtigen Dank wissen. Die „Leipziger MefSgäsle" waren ursprünglich in der Monatsschrift für Geschichte und! Wissenschaft des Judentums erschienen, und zwar hatte Freudenthal dort die Meßbesucher von 31 Jahren behandelt. Nun hat der gelehrte Verfasser jene Arbeit zu einem umfangreichen Buche erweitert und die Leipziger Meßgäste fast eines Jahrhunderts ziehen an unserem Auge vorüber. Der Arbeit liegen die Meßbücher des Dresdener Staatsarchivs zugrunde und wir erfahren aus ihr von fast 90.000 Juden, die aus allen Gauen Deutschlands und vielen anderen Ländern auf den drei Leipziger Messen ihren Handel trieben. Nicht nur die Kaufleute selbst kamen, sie brachten ihre Frauen und ihre Dienerschaft mit, zahlreiche Künstler folgten den Handeltreibenden, Musikanten, Taschenspieler, Gaukler, Seiltänzer, und für das leibliche Wohlergehen der Meli reisenden sorgte ein ganzer Stab von Köchen, Köchinnen und Kuchenbäkkern. Freilich war es dennoch keine reine Freude für die jüdischen Händler, den Weg zur Leipziger Messe zu nehmen. Diese Meßjuden waren vorzügliche Steuerobjekte und mußten an Leibzoll, Geleitgeld, Einfuhr- und Akzisezoll beträchtliche Summen hergeben. Dafür wurde ihnen das Judenzeichen, der „gelbe Fleck", umsonst geliefert. Im weitaus größeren Teil dies. Buches führt Freudenthal die Meßgäste, nach ihren Heimatsslädten geordnet und mittels eines Familien- und Beinamenindex leicht zu finden, auf und gibt an, in welchen Jahren sie in Leip-

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