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Menorah · 1931-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1931) · p. 45

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
9 (1931)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1931)
Article
Juden in der deutschen Wirtschaft
Date
1931-01-01
Page
45 (sequence 1)
Language
German
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JUDEN IN DER DEUTSCHEN WIRTSCHAFT Von Dr. Kurt Zielenziger Einleitung 5jxxls die Glocken den Beginn des 19. Jahrhunderts verkündeten, läuteten sie ein neues Zeitalter der Befreiung ein." Der moderne Kapitalismus, der sich mit dem liberalen Zeitalter zu entfalten beginnt, findet Juden unter seinen Förderern. Denn die Emanzipation, die zunächst in Preußen und dann im Laufe des 19. Jahrhunderts in anderen deutschen Ländern einsetzt, ermöglicht es ihnen, als vollberechtigte Staatsbürger am Wirtschaftsleben teilzunehmen. So stehen sie nicht mehr abseits wie einst in der Zeit des Ghettos, aus dem nur die Hofjuden aufsteigen konnten. Sie bedürfen nicht mehr der .Schutzbriete und der Privilegien der Fürsten, um sich in den deutschen Städten niederzulassen oder ein Gewerbe zu treiben. An der rapiden Entwicklung der modernen deutschen Volkswirtschaft in den letzten hundert Jahren haben die deutschen Juden einen starken Anteil. In meinem Buche „Juden in der deutschen Wirtschaft:' (Welt-Verlag, Berlin 1930) habe ich den Versuch unternommen, den Aufstieg der deutschen Juden vom Ghettohändler zum Wirtschaftsführer zu zeigen. Mein Buch sollte keine Polemik gegen Sombarts Werk darstellen, wenn es auch Sombarts These: die Juden seien die Väter des Kapitalismus bewußt ablehnt, ohne den Anteil der Juden an dem Aufbau der kapitalistischen Wirtschaft zu leugnen. Mein Buch hat die Absicht, in einer großen Reihe von Monographien diese Mitarbeit zu schildern. Die Männer, deren Bild von mir gezeichnet wird, sollen gleichsam Idealtypen verschiedener Wirtschaftszweige sein, ihre Geschichte ist damit zugleich eine Geschichte der Volkswirtschaft des 19. Jahrhundert. Jedes Porträt spiegelt ein Bild der Zeit und des bestimmten Wirtschaftszweiges wider. So soll versucht werden, die Leistungen zu würdigen, die jüdische Männer für Deutschland vollbracht haben. In die veränderte Volkswirtschaft reihen sich die Juden mit neuen Aufgaben ein. Der jüdische Geldleiher wird zum Bankier. Die großen Häuser der Rothschilds, der Mendelssohns und Bleichröders schallen neue Formen auf dem Geld- und Kapitalmarkt. An der Gründung der ersten Aktienbanken sind Juden zunächst nicht beteiligt. Aber auf ihre Entwicklung haben Männer wie die Salomonsohns, wie Carl Fürstenberg und in neuester Zeit Oscar Wassermann und Jakob Gold-

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