Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 8 (1930)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1930)
- Article
- [Nachricht]
- Date
- 1930-11-01
- Page
- Seite 602 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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602 MENORAH UMSCHAU i'iir die Zeit vom 21. Sept. bis 20. Nov. 1930. DEUTSCHLAND UND ÖSTERREICH. Auf dem israelitischen Gemeindefriedhof in Worms wurde ein unterirdischer Grabgang freigelegt, in dem Grabsteine aus dem 13. Jahrhundert gefunden wurden. — Die nach den Plänen des Regierungsbaumeisters Beer erbaute neue (liberale) Synagoge Prinzregenlenstraße in Berlin, wurde zu den Feiertagen feierlich eingeweiht. — Die Leipziger Israelitische Religionsgemeinde feierte den 75jährigen Bestand ihrer Gemeindesynagoge. — In Wien starb Frau Regine Pick, Gattin des Präsidenten der Wiener Israelitischen Kultusgemeinde Univ.Prof. Dr. Alois Pick. — In Berlin tagte im September der Weltkongreß für das arbeitende Palästina. — Jacob Rosenlieim, Vorsitzender der Agmdas Jisroel, Frankfurt a. M., beging den 00. Geburtstag. AUS ALLER WELT. In Charkow tagte eine jüdische Sprachkonferenz zur Ausbreitung einer jüdischen Einheiissprache für Presse und Literatur. — Das griechische Unterrichtsministerium hat die Gründung von fünf jüdischen Volksschulen in Saloniki genehmigt; das Budget wird vom Staate getragen, die Lehrer von der jüdischen Gemeinde ernannt. — In Sarajevo wurde eine neue großsephardische Synagoge eingeweiht. — Das spanische Unterrichtsministerium will die Reste des jüdischen Friedhofs in Toledo ausgraben und eine Ausstellung der Judaica im spanischen Museum in Toledo veranlassen. — VI. Jabotinsky, Präsident der Weltunion der Zionislcn- Revisionisten feiert seinen 50. Geburtstag. EREZ ISRAEL. Die englische Regierung veröffentlichte den Bericht des Sachverständigen Sir J. II. Simpson und ein Weißbuch über die von ihr bei Ausführung des Mandates zu beobachtenden Richtlinien. Es sollen ein Legislative Council mit sicherer Mehrheit für die entwicklungshemmende Politik der Palästinaregierung geschaffen, die Einwanderung stark eingeschränkt und Bodenkäufe von der Genehmigung der Regierung abhängig gemacht werden. Gegen diese Absichten wurden in allen jüdischen Zentren protestiert.—Die Palestine Potash Comp, hat mit der Errichtung einer chemischen Fabrik am Toten Meer begonnen. — Die Finanzierung der Arbeitersiedlung in Haifa mit 200 Häusern ist durch die Hypothekenbank und den Hilfsfond gesichert. WANDERUNG UND SOZIALE HILFE. Zur Durchführung der Flüchllingsbilfe des Völkerbundes wird ein selbständiges Institut errichtet werden. — Die Einwanderung von Juden nach Mexiko soll stark eingeschränkt werden. — Nach Mitteilungen von Hias-Emigdirect wanderten in den ersten sechs Monaten 1930 nach Argentinien 3829 Juden (davon 2950 aus Polen) ein. — Der Londoner Verband jüdischer Hilfsorganisationen stellt durch Komzet (Regierungskommissionen für jüdische Hilfsarbeit) 50.000 Pfund im Jahre 19.31 für das jüdische Hilfswerk in Rußland zur Verfügung. .JÜDISCHE LEHRE UND LEHRER. Dr. Zwi Diesendruck wurde von der hebräischen Universität an das Union College Cincinatti als Professor für jüdische Philosophie berufen. WISSENSCHAFT UND KUNST. Unv.-Prof. Guido Adler (Wien), Autor des „Handbuches der Musikgeschichte" Mitbegründer der modernen Musikwissenschaft, feiert seinen 75. Geburtstag. — In Jerusalem starb Reg.-Rat Alexander Baerwald, Professor für Architektur am Technikum in Haifa, einer der erfolgreichsten Architekten des neuen Palästina. — In Berlin starb der Astronom Professor Adolf Marcusc. — Der Nobelpreis für Medizin für das Jahr 1930 ist dem aus Wien gebürtigen Dr. Carl Landsteiner, Mitglied des Rockefeller-Instilules in New York, bekannt durch seine Entdeckung der Blutgruppen, verliehen worden. — Im Berner Stadltheater gelangle eine hebräische Komposition von Ernest Bloch zur Erstaufführung.