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Menorah · 1930-09-01 · Heft 9-10 (September 1930) · p. 414

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
8 (1930)
Issue
Heft 9-10 (September 1930)
Article
Unsere Autoren : Jakob Mase ; Joseph Roth ; Joachim Stutschewsky ; Juda Warszawiak ; Sigmund Feist
Date
1930-09-01
Page
414 (sequence 1)
Language
German
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UNSERE AUTOREN JAKOB MAS£, geboren 1860 in Mohilew am Dnjepr, gestorben 1924 als Rabbiner von Moskau. Nach Abschluß seines Studiums als Rechtsanwalt tätig. Seit 1893 Rabbiner in Moskau; spielte im russisch-jüdischen Gesellschaftsleben eine führende Rolle. Fungierte 1913 als Sachverständiger im Beiliß-Ritualmordprozeß. Mase vereinigte in sich harmonisch die lebendige Tradition der jüdischen Kultur mit europäischer Bildung und Lebensweisheit. ObAvohl literarisch tätig, war nicht das geschriebene Wort die eigentliche Form seines Ausdruckes. Wie hei den Lehrern der Vergangenheit war das gesprochene Wort die Form, in der er schaffte. Gau« besonders sind seine Reformideen zu erwähnen, die vom Grundgedanken getragen waren, daß die jüdischen Rechtsformen nach Beispiel der Talmudepoche weiter aus sich selbst entwickelt und mit dem Leben in Einklang gebracht werden müssen. Seine Erinnerungen umfassen eine ganze Epoche des Lebens in Rußland. JOSEPH ROTH, in Schwabendorf, einer deutschen Kolonie Wolhyniens 1894 geboren, studierte Germanistik an der Wiener Universität, literarisch seit der Heimkehr aus dem Kriege tätig. Von Roth erschienen u. a.: „Juden auf Wanderschaft", „Panoptikum", Sammilungen aktueller und literarischer Essays, und die Romane: „Die Flucht ohne Ende"; Rechts und Links". JOACHIM STUTSCHEWSKY, Violoncellvirtuose, Musikschriftsteller und Komponist, ist 1891 in der Ukraina geboren, studierte am Leipziger Konservatorium (1909—1912), hielt sich während des Krieges in der Schweiz auf und lebt gegenwärtig in Wien. Als Solist und Kammermusiker und durch seine zahlreichen Arbeiten für sein Instrument — insbesondere als Verfasser technischer Studienwerke von epochaler Bedeutung — ist er überall bekannt und hochgeschätzt. Neben seiner künstlerischen und pädagogischen Tätigkeit widmet er seine ganze Zeit und Kraft der Propagierung jüdischer Musik. Stutschewsky ist einer der wenigen Künstler von internationalem Ruf, der seine ganze Wirksamkeit sowohl als produktiver wie auch reproduzierender Musiker, nicht zuletzt als Musik - schriftsteiler, ganz in den Dienst der jüdischen Musik gestellt hat. Er ist bemüht, einen Kontakt und Meinungsaustausch unter den jüdischen Musikern selbst herbeizuführen und weiteste Kreise auf das Vorhandensein einer „jüdischen" Musik aufmerksam zu machen. Seiner systematischen Arbeit ist es mit zu verdanken, daß das Interesse für die jüdische Musik im Ansteigen ist. Vor kurzem sind seine „Vier jüdischen Tanzstücke" für Klavier erschienen. JUDA WARSZAWIAK, geboren in Kaiisch (Kongr.-Polen), erhielt in seiner Jugend die in orthodoxen Kreisen übliche Erziehung. Seine literarische Tätigkeit beginnt mit 1918. Warszawiak ist Mitarbeiter der in Polen erscheinenden hebräischen jiddischen und polnischen Tageszeitungen und redigiert die literarischen Blätter „Alim". In hebräischer Sprache erschienen verschiedene Übersetzungen aus dem Polnischen und Russischen, ein Novellenband und eine Sammlung von Aufsätzen und Erinnerungen über polnische Dichter, die auf Kosten der polnischen Regierimg herausgegeben wurde. Zurzeit arbeitet Warszawiak an einem Roman, der sich mit den sozialen Verhältnissen der polnischen Juden befassen wird. £)R. SIGMUND FEIST, Direktor des Reichenheimschen Waisenhauses in Berlin, wurde in Mainz geboren und studierte in Straßburg im Elsaß vergleichende Sprachwissenschaft, Germanistik und neuere Sprachen. Er promovierte daselbst mit einer Schrift: Grundriß der gotischen Etymologie. Nach bestandenem Staatsexamen war er eine Zeitlang im Schuldienst tätig, bis er 1906 in seine jetzige Stellung berufen wurde. Neben seiner amtlichen Tätigkeit hat er auch wissen- ( Fortsetzung siehe Seite 501.)

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