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Menorah · 1930-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1930) · p. Seite 381

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
8 (1930)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1930)
Article
Nachwort [Rezension]
Date
1930-07-01
Page
Seite 381 (sequence 2)
Language
German
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IM FALTBOOT C'T>ER DKN (rEKiENSEE 081 weltliche Wüsten und Steinhalden er selbst auf einem Motorrad neuester Erfindung durchjagt. Nirgends sieht er größere und tragischere Gegensätze aufeinanderstoßen als hier, wo der revolutionär denkende, von nationalen Befreiungsidealen und messianischen Vorstellungen zu übermenschlichen Leistungen aufgepeitschte, arbeitswütige jüdische Pionier dem zäh an alten Traditionen und Vorurteilen haftenden Araber gegenübertritt, dessen Lebensphilosophie die beschauliche Ruhe ist und der vor einer armseligen Welt, die er nicht zu meistern vermochte, sich in Ilaschischiräume llüchlet. aus denen er nicht geweckt werden will. Jakobs Kampf mit der Erde überschreibt Wegner den palästinensischen Abschnitt seines Buches, mit dichterischer IngenuL 1ät so das Bibelgleiehnis variierend, das der Rückkehr Israels in seine Heimat vorangeht. Voller Hingerissenheit und Bewunderung zeugt er für das gigantische, heldische Ringen des jüdischen Lhaluz ..um die verwunschene Erde, die nicht anders kann als ihn segnen, weil er sie mit so unendlicher Liebe berührt". Aus eigener Erfahrung kennt Wegner den wilden Kampf mit der Erde aus der Zeit, da er. ein Siebzehnjähriger, als Jünger Tolstois sich als Bauer versuchte. Aber seine Erlebnisgier war zu gewaltig, als da Ii er die schweigende Einsamkeit der Natur und den Verzicht auf so viele große (dücksmögliehkeiten hätte ertragen können. So tloh er zurück in die verhaßte Stadt und sang sich ihre Qual und ihre Verzauberung los in stürmischen Rhythmen. Der leidenden Kreatur jedoch, dem Menschen mit seinen reichen Anlagen und dem düsteren Schicksal, das ihm von Mitmensch und Umwelt bereitet wird und daran hindert, den unerschöpflichen goldenen (ilanz dieses Daseins zu genießen, gehört vor allem sein Herz. Und so wie er im Kriege unter persönlicher Gefahr sich zum glühenden Anwalt des zu Tode gepeinigten armenischen Volkes aufwarf, so verfolgt er, der Nichtjude. dessen Deutschtum eine ungeahnte Ergänzung im Judentum seiner Erau fand, mit heißer Sympathie den Kampf des jüdischen Volkes um Heimatsrecht und Eigenleben und mit seherischen Worten gibt er bei aller Einsicht in die tragische Ungewißheit jüdischer Zukunft der Überzeugung Ausdruck, ..daß in der Macht der Hingabe des jüdischen Pioniers von Palästina sich der Wille der Natur und der Trieb einer Rasse in einer Weise kundtun, deren Deutung und völkergeschichtlieber Sinn niemand zweifelhaft sein kann*'. £),, Nadja Stein

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