Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 8 (1930)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1930)
- Article
- Juden sollen Bauern werden
- Date
- 1930-03-01
- Page
- Seite 195 (sequence 3)
- Language
- German
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JUDEN SOLLEN BAUERN WEHDEN! 195 Reigen und wieherte einigemal auf. damit aber schien er meine Autorität anerkannt zu haben und er trug mich geduldig fort. Die Leute des Lagers spotteten. Kubitz und sein Anhang bedauerten uns und sagten, dato wir Goldsmiths Ankunft hüllen abwarten sollen. Wir ritten nach Hause. ..Sieh dir einmal nieinen .Mischak" an!" rief mein Nachbar frohlockend seiner Frau zu, als wir ankamen. Die Frauen und Kinder bestaunten das Pferd und den Maulesel. ..Wir sind nun riehlige Kolonisten!** riefen sie freudig. Als erstes übten sieh die Frauen und Kinder im Heilen. Der gute, sanfte Maulesel war ein treuer Lehrer. Sie setzten sieh in den weichen Sattel, und einer von uns begleitete sie auf dem Hosse. Wir ritten über die Steppe, suchten Vogeleier und musterten die Herden, die zu Tausenden auf dein Rasen weideten. Später hallen sich die Frauen zu wahren Reilkünstlerinnen ausgebildet und uns damit viel Nutzen gebracht. Wir arbeiteten drauüen auf den Feldern und sie ritten zum Verwaltungsgebäude hinaus und brachten die nötigen Lebensmittel. Aber davon ein anderes Mal. Da wir bereits Pferde hallen, so verlangte es uns auch nach Kühen, da wir Milch für die Kindelbenötigten. ..So viele Kühe und Kälber streifen umher!*" sagten die Frauen. ..Ihr habt ja Stricke, fanget eine Kuh ein. Wir wollen sie zähmen und sie wird uns Milch geben.*" Wir fertigten einen Lasso an. sprangen auf die Pferde und mischten uns auf die -Jagd. An der (irenze zwischen Alice und Algorobo gab es seinerzeit grol.'.e Waldungen. Niemand weil.!, wer sie gepllanzl hatte, denn Sehor Remelo Franco, der erste Besitzer des Landstriches, versicherte, dal.» seine Vorfahren, die dort in stetem Kampf mit den Indianern standen, sie in demselben ZustandeangetrolTen halten. Dann aber kam der Wald durch die Auslosung in den Besitz unseres Schächlers .1. Krell, und er halle ihn völlig zugrunde gerichtet. Mit jüdischem Geschäftsgeist und der Naivität eines Schächlers halle er den Urwald seines letzten Bauines beraubt und ihn zu (leid gemacht. Bis zu diesem Walde ritten wir hin. Im Schallen der Bäume, deren grüne Zweige sich über einen schmalen Sumpf neigten, der mit Tang und Algen übersät war, weideten viele Kühe mit ihren Kälbern. Die ganz jungen lagen im Gestrüpp und blinzelten mit tränenden Augen in die Sonne. WilenskL als Mann vom Lande, war entzückt über das schöne Vieh.