Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 8 (1930)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1930)
- Article
- Juden sollen Bauern werden
- Date
- 1930-03-01
- Page
- 193 (sequence 1)
- Language
- German
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JUDEN SOLLEN BAUERN WERDEN! (Erinnerungen eines jüdischen Kolonisten in Argentinien) Von M. Alperson Aus dem Jiddischen ins Deutsche übersetzt von J. S. lG. Fortselzving) 2CJCII. Unnötige Angst Am drillen Tilge halten wir um unsere Hütte herum das Unkraut ausgejätet und einen Lehmherd errichtet. Daraul sahen wir uns um Heizmaterial um. ..Ich werde Kuhmist sammeln gehen. Ich sehe keine wilden Viehherden, und es isl kein Grund da, sich zu fürchten." sagte ich zu meiner Frau. ..Nimm Glinko mit!" riet sie mir. Ich nahm einen Sack, rief meinen Hund, den ich nach dem Gouverneur von Kamenelz benannt hatte, und ging ins Feld hinaus. Als ich eine ziemliche Strecke gegangen war, fiel es mir ein, daß »'s raisam wäre, oft nach hinten zu sehen, um wieder nach Haust1 linden zu können. Ich lud einen vollen Sack von der Sorte auf den Rük ken und wollte4 umkehren. Als ich mich umwandle und nach meiner Hülle blickte, vermeinte ich einen Menschen auf dem Dache stehen zu sehen. Ist es eine Sinnestäuschung oder sind etwa Gauchos in meine Hülle eingedrungen? fuhr es mir durch den Kopf. Grauenhafte Angst peinigle mich. Ich warf den Sack ab und lief durch d:«s wilde Gestrüpp. .Je näher ich kam. desto deutlicher sah ich die menschliche Gestalt auf dem Dache. Aber die Sonnenstrahlen blendeten mich, und ich konnte auf keinen Fall erkennen, wer es war. „Rasch, Glinko!'" rief ich meinem Hunde zu. und wir liefen, so gut wir konnten. In Schweiß gebadel. das Gesicht von den Disteln zerstochen, war ich endlich in solcher Nähe, daß ich die Konturen unterscheiden konnte: meine Frau und mein .hinge standen auf dem ilachen Hütlendach und sahen vor sich hin. Ich halte Angst, zu schreien, denn wer konnte wissen, was dort vor sich ging, anderseits hätte ich ja durch mein Geschrei die Gefahr noch vergrößern können. Ich beschleunigte noch mehr meine Schrille, aber Glinko fing zu bellen an; nun erblickte mich meine Frau, und sie gab mir mit der Hand ein Zeichen, daß ich mich links hallen sollte. Einige Minuten darauf war auch ich auf dem Dache. Meine Frau zeigte mir erschrocken und bleich irgend-