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Menorah · 1930-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1930) · p. Seite 54

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
8 (1930)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1930)
Article
Von der Mellah in die Rue des Consuls
Date
1930-01-01
Page
Seite 54 (sequence 2)
Language
German
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54 M ENOR A Ii Handwerker in Arbeitstracht hebräischen Schriften, deren Einfuhr nach .Marokko damals noch vorholen war. .schließlich noch die Schmuggelware an Waffen und Munition. Die Verbindung wurde durch jüdische Zwischenhändler in den Niederlanden (Haag) hergestellt, deren bedeutendste, wie zum Beispiel Josef und Isaak Pallach. Yamin ben Rainolde. Jakob ben Roucb mächtig genug waren, um von den Generalslaalen die Aufhebung des Zolles für die Ausfuhrwaren nach Marokko zu erhallen, wie auch von dem Scherif die Erlaubnis, für seine Rechnung Kriegsmuni lion einzuführen. Die Transporte führten holländische Seeleute durch, die damals auch die mutigsten und getürchlolslen Kaperer stellten. Besonders für die Angrill'e auf die von Indien und (iuinea heimkehrenden spanischen (iallionen bilde!»4 Sale eine belieble Opera lionsbasis. Die langdauernde Keindschafl zwischen Spanien und Holland, die immer wieder zu einer Störung der Handelsbeziehungen führte, wollten dieenglischen Kaulleule nützen, um die verlorenen Märkte wiederzugewinnen. Sic trachteten durch die Vermittlung der .luden unmittelbar mit den Muselmanen in Verbindung zu kommen. Die Araber zahlten in der Hegel nicht sofort, sondern gaben Wechselbriel'e in Zahlung, die auf jüdische Kaulleule gezogen waren. Aus einem Rechnungsauszug der Zolieinnehmer von Marokko für löfw und l.")()(S sieht man den großen Einfang der Handelsbeziehungen. Neben dein Zucker, der besonders für den marokkanischen Süden in Betracht kam. war das ..Bernaiha"-Tuch ein Haupleinfuhrarlikel. ein liefblauer, in Großbritannien hergestellter Wollstoff für Burnusse, an dem 100 Prozent verdient werden konnte. Dagegen kauften die Engländer hauptsächlichst Goldslaub und Zechinen, die durch ihren besonderen Feingehalt bei der Einwechslung in englische Münze den Händlern große Gewinne brachten. Dieser Gohloxporl war aber schon damals nicht nach dem Geschmack der Juden, da er geldverteuernd wirkte, so daß sie darauf 'bestanden, die englischen Waren nicht in Gold, sondern in Landesprodukton zu bezahlen. Im 17. Jahrhundert scheint ihre Bedeutung für den gesamten Handel noch gewachsen zu sein. Aus Büchern der Zeit erfahren wir. daß sie auch als Geschäftsträger der Berber fungierten, der gefürchleten Piraten und Zollschmuggler an der marokkanischen Küste. Die nie unterbrochenen Verbindungen

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