Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 8 (1930)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1930)
- Article
- Jüdische Schuhflicker bei der Arbeit [Illustration]
- Date
- 1930-01-01
- Page
- 53 (sequence 1)
- Language
- German
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Jüdische Schuh flicke r bei der Arbeit VON DER MELLAH IN DIE RUE DES CONSULS (Aus dem wirtschaftlichen Leben der marokkanischen Juden) Das Studium der l landelsbeziehungen zwischen Kuropa und Marokko zeigt uns. wie die Juden im Gegensätze zu den Muselmanen, die in den Gewohnheiten und der Tradition eingesponnen lehlen, mit der ihnen eigenen Anpassungsfähigkeit und Geschmeidigkeit des Intellektes die Möglichkeiten auszunützen verstanden. Die Verschiedenartigkeil der Geschäfte erschreckte sie nicht, auch nicht die Schwierigkeiten, denen sie auf das geschickteste zu begegnen verslanden. Am Beginn des lf>. Jahrhunderts linden wir sie als Aufkäufer in ständiger Verbindung mit den englischen Kaufleuten, die damals den Handel zwischen Europa und Marokko beherrschten. Durch Preisvereinbarungen untereinander hei Ein- und Verkauf regulierten sie den Markt und drückten durch das Begehren nach Bezahlung ihrer Lieferungen durch Tausch entsprechender Importwaren die sonst unersch winglichen Preise. Trotzdem mul.l aber auch der Kreditverkehr sehr groüen Umfang gewonnen habin, denn wir wissen von einer Insolvenz, an der englische Kaufleule 40.000 Pfund einhüllten. Nach einer englischen Reisebeschrcibung Marokkos aus dem Jahre 1578 war auch der größte Teil des Pachthandels in jüdischen Händen. Kür den Süden Marokkos galt Sali, für den Norden Sale als Haupthandels- und l'msehlagplalz. Aus Holland wurden Baumwoll- und Leinen waren, Gewürze und Tabak bezogen, aber auch die heiligen Bücher und