Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 8 (1930)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1930)
- Article
- Der Gendarm ; Im Banat
- Date
- 1930-01-01
- Page
- 52 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- article
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- Banat 1× ep/1272623
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THEODOR KRÄMER: Der Gendarm Durch die Dörfer wandert der Gendarm, an die Seitenwaffe klirrt sein Arm, zieht das Band das Kinn ihm ans Gesicht; mit den Straßenräumern spricht er nicht. In der Schenke halt er sich allein, hat mit ^SZirt und ^Winzern nichts gemein; steinig hallt der Flur, die Goldschnur kracht, wenn die Fenster cffenstehn hei Tracht: oh nun J^dägde scherzen nach der Frohn und am Hang die Weinher-g'feuer loh*n, oh sich Nordwind hohl im Dorn verfängt und das Rauchfleisch in den Schornen hängt. Durch die Dörfer wandert der Gendarm, hängt sich schwarz dem Stromer untern Arm, knallt vom Spritzenhaus die Fledermaus, hläst im Buschenschank die Lamfte aus, starrt dem Bäcker nachtherein aufs Brot; Gurt und Tressen sind hesftrengt mit Kot, Und vor Tränen sind die ~SK^angen warm, schellt das Dorf aufs Brandfeld der Gendarm. Im Banat Samstag wird das \^ieh ins Dorf getriehen^ auf dem Estrich wird der Lehm verriehen, hlankgefegt sind Diele und Verschlag: ah er alles nur für einen Tag. Und die Borde, die verraucht sonst darhen, schmücken Bänder, schreiend hunte Farhen, Flitter rauscht, wo Stauh und Kehricht lag: aher alles nur für einen Tag. Und ein Schnaits hegießt die fetten Fladen, die vor Zucker wimmeln wie von JVladen, wie kein Herr ihn reiner trinken mag: aher alles nur für einen Tag. Rauschig gluKn im Fensterkreuz die Kressen, einer ^C^oche Ohnmacht ist vergessen und im Sack hallt sich die Faust zum Schlag: aher alles nur für einen Tag.