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Menorah · 1930-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1930) · p. 51

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
8 (1930)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1930)
Article
Gebrüder Beer ; März im Graben
Date
1930-01-01
Page
51 (sequence 1)
Language
German
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THEODOR KRÄMER: Gehrüder Beer Brenner Stursa brannte Ziegel tags im Werk der Brüder Beer; seiner harrte hinterm Riegel nachts die Hütte, feucht und leer. Auf ein Schlückchen schlurfte leise Stursa, wann die Schicht zerstob; und es war die gleiche Weise stets, die ihm das Gläschen hob. Schlot und Steine, grüne Raine: ach, wie ist Jan Stursa schwer! Bruch samt Senke und die Schenke hier gehören den Brüdern Beer. Und zu bald an Feiertagen trieb es Stursa über Land (und vorbei an Baum und Wagen), bis im Feld ein Schlot erstand. Starr besah er Schacht und Schienen, guckte Brennern in den Fraß; und er sang, wann er mit ihnen erst im Schani: beim Branntwein saß: Schlot und Steine, grüne Raine, ach, wie ist mir, Leute, schwer! Um die Senke und die Schenke steht's wie bei den Brüdern Beer. Sicher wie die gleichen Bräuche, traf Jan Stursa hinterm Dorf Ziegelei'n und Hungerbäuche, feuchte Wände, Fraß und Schorf. Ob er an die Scheiben klopfte, ob er in den Scheunen sprach; dem Gerüst der Rede tropfte eine Weise leise nach: Schlot und Steine, grüne Raine, ach, wie ist Jan Stursa schwer. Alle Schenken, Hang und Senken rings gehören den Brüdern Beer. Fort von Fachwerk, Form und Schanzen war es, daß man Stursa wies: und der Schnaps fraß, was vom ganzen Jan der Hunger übrig ließ. Zwischen jungem Korn und Raden fanden sie ihn, früh verstummt. Sein gedenkend, Kameraden, sei dies kleine Lied gesummt: Schlot und Steine, grüne Raine: ach, wie war Jan Stursa schwer! Erz und Binsen allorts Zinsen immer noch den Brüdern Beer. Jylärz im Graben Wir lagen eingegraben im Grund und ausgeruht; braun schmolz der Schnee im Graben und langsam stieg die Flut. Und draußen trat ein blasser Schein eben ans Verhau: die ausgetretnen Wasser der fernen Birkenau. Rauh kam aus finstren Weiten der Wind und doch auch weich vom Dampf der Rübenbreiten im Land, von erstem Laich und Milch der Wurzelhaare, vom Saft in Busch und Baum, der herb wie alle Jahre durchschwitzte Bast und Flaum. Unwirklich ins Gelände gerammt glomm Pfahl an Pfahl; scheu rührten unsre Hände an Riemenzeug und Stahl. Wir lagen unterm Bogen, der sich bestirnte sacht, die Beine hochgezogen, still wach die ganze Nacht.

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