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Menorah · 1929-09-01 · Heft 9-10 (September 1929) · p. Seite 540

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
7 (1929)
Issue
Heft 9-10 (September 1929)
Article
Schalom Asch. Die Mutter [Rezension]
Date
1929-09-01
Page
Seite 540 (sequence 2)
Language
German
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540 M E N 0 R A II Probleme auf. Es ist durch und durch gestallet. Es ist ein Stück Leben. Und das bekanntlich ist interessant, wo nian's auch packt. Nur gehört, um es zu packen, viel, sehr viel Talent. Dieser Wunderkraft gelang es übrigens, auch den alten Motiven eine ungeahnte Fassung zu geben. Das MuUer-Kind - (las Mäderl, das selbst noch ein kleines Kind, doch seelisch schon ganz Mulier ist und deshalb von zartester Jugend auf seiner Mutter schwesterlich und ebenbürtig gegenübersteht —• diese wundervolle Gestaltung, die das alte Mutler-Thema bereichert, ist Aschs künstlerisches Eigentum und eine von jenen Ideen, wie sie nur wahren Dichtern in Augenblicken der Gnade einfallen. Die deutsche Übersetzung ist deswegen höchst dankenswert. Sie bietet außerdem dem deutschen Leserpublikum die höchst seltene Gelegenheit, ein Werk kennenzulernen, das nicht von Juden und Judentum redet, sondern aus dem ein stämmiges jüdisches Volkstum rein und unverfälscht spricht. A. G. ILJA EHRENBURG: DIE GASSE AM MOS- KAUFLUSS. Paul List Verlag, Leipzig. In der Abllußgasse wohnen Taschendiebe, Hehler, lassen sich Zigeunerinnen blicken, leben Kleinbürger und Großbürger, die die Revolution aus ihren Palästen vertrieben hat, spekulieren Intellektuelle, treiben Sow jetleute große und kleine Politik. Zwischen ihnen blüht die Unschuld der Liebe, finden sich Menschen, um wieder auseinanderzugehen. Die feine Ironie des Autors, die die Unvollkommenheil des Menschen bloßlegt, versöhnt durch die Wärme des liebevollen Herzens mit allen Unzulänglichkeiten des Lebens. LUDWIG TÜGEL: DER WIEDERGÄNGER. Verlag Rütten & Loening, Frankfurt a. M. Ein ganz merkwürdiges Buch, voll von unerklärlichen Geschehnissen, unerklärlich für den Leser, aber nicht für den Autor. Der* unlösbare Zusammenhang zwischen Körper, Geist und Seele kann es bewirken, daß die Seele des liebenden Mannes im Gefäße eines anderen Körpers wiederkehrt, um ihr Wunschleben zu erfüllen. ROGER MARTIN DU GARD, DIE TH1- BAULTS. Paul Zsolnay-Verlag, Berlin, Wien. Zwei neue Bände, „Die Sprechstunde" und „Sorellina", setzen die Geschichte der Familie fort. Alles vollzieht sich, als ob die handelnden Personen einer unbeugsamen Regel unterständen. Und trotzdem führt ihr Weg geradeaus, durch die Heckenzäune der gesellschaftlichen Bindungen und die Beeinflussung durch das politische und historische Geschehen im Volksganzen, im Sinne einer geordneten Entwicklung zu neuer europäischer Gesittung. Auf die schon früher erschienenen Bände dieses Werkes, das zu den ersten der europäischen Romanliteratur zählt, haben wir bereits hingewiesen. THEODOR DREISER. SOWJETRUSSLAND. Paul Zsolnay-Verlag, Berlin, Wien. Der Autor, der sich selbst als unverbesserlichen Individualisten und daher Gegner des Kommunismus bezeichnet, entwirft in diesem Buche ein ebenso subjektiv gesehenes, wie durch kritische Überlegung logisch begründetes Bild der Sowjetmacht: ihrer Gegenwart und ihrer Zukunft. Die Beobachtungen und Feststellungen lassen Dreiser vernunftgemäß zum Schlüsse gelangen, daß es nicht angezeigt ist, über die Wendung der Dinge in Rußland zu klagen, sondern dem Volke zu helfen, das Beste zu leisten, was es vermag. N. BARCHESDECKEN Habdalahteller, Esrog'dosen, Wunschbogen Fähnchen, Laubhütten-Modellierbogen Kunstgewerbestube FREUDENTHAL Breslau, Goethestraße 11 JOHANNA ABELES & SOHN MIEDERSPEZIALITÄTEN WIEN, 1, ROTENTÜRMSTRASSE 23 Herausgeber Dr. Norbert lloffraann, Eigentümer und Verleger 1J abr i th-Ver lag s gesellsch af t m. b. H.. sämtlich Wien, I., ZeÜnkagasse 13. Verantwortlicher Redakteur Friedrich Matzner, Wien. V., Margaretengürtel 22. Druck der Waldheira-Eberle A. G. (verantwortl.: Karl Wielnnd), Wien, VII. Seidengnsse 5—11.

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