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Menorah · 1929-09-01 · Heft 9-10 (September 1929) · p. Seite 534

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
7 (1929)
Issue
Heft 9-10 (September 1929)
Article
Unsere Autoren : Bertha Badt-Strauss ; Samuel Meisels ; Ber Horowitz
Date
1929-09-01
Page
Seite 534 (sequence 1)
Language
German
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f>34 M K N () R A II UNSERE AUTOREN (Forlsetzunu iwn Seite 438) Meine - Ausgabe (Tillgner - Verlag. Berlin). Soeben erschien: ..Moses Menclelssolin, Der Mann und das Werk, Zeugnisse, Briefe Gespräche.'' Lebt in Berlin als Gattin von Dr. phil. Bruno Strauß. ^AMUEL M ELSE LS wurde 1877 in Przeinysl geboren, wo sein Valer .lehuda Löb Meiseis das Amt eines Rabbiners bekleidete. In jüngeren Jahren studierte er jüdische Theologie, wandte sich aber frühzeitig der Schriftstellerei, namentlich der jüdischen Journalistik zu. Von 1904 bis 1914 war er Redakteur in Hamburg. Von 1917 bis 1919 gab er in Wien die jüdische Wochenschrift „Die Neuzeit" heraus. Meiseis hat bisher mehrere Schriften belletristischen, literalurgeschichlliehen und jüdisch-wissenschaftlichen Inhalts veröffentlicht. jgER MOROWITZ. geboren 1895 zu Majdan, in den Karpathen, studierte in Wien bis zum Jahre 1922 Medizin und Philosophie, ging dann nach Krakau und Majdan und hierauf nach Wilno, wo er an einem jüdischen Gymnasium die Stelle eines Lehrers für jüdische Literatur und Zeichnen bekleidete. Werke: „Majn Hejm in dy berg". Gedichte. Wien, 1919; ,.Wynderliche masses" (Legenden), Warschau 1923. — Seine gesammelten, zum Teil noch unveröffentlichten Werke erscheinen demnächst in dem bekannten jüdischen Verlag B. Kleckin in Warschau. UNSERE ZEIT | LOUIS MARSHALL [ Bei der Konstituierung der Jewish Agency in Zürich. Eine Löwenstimme dröhnt durch den großen Saal. Die kollernden, rollenden Worte sind nicht immer verständlich. Doch ihr Ton zwingt, in solchem Ton fordert das Leben sein Recht. So stand Louis M a r s h a 11 auf der Tribüne bei jener Tagung, welche die gesamte Judenschaft der Well für ein (lauerndes Lebenswerk einigen sollte. Der Ton, in dem er sprach, war Leben und nur wenige Wochen später wurde Louis Marshall. 74jährig. vom Tode gefällt. Wenige Wochen sind verstrichen und die Jewish Agency. der er Leben einhauchen wollte (sooft er sprach, mochten es auch kurze Sätze sein, immer lag etwas Forderndes, ja Gewaltsames in seinem Ton), diese Jewish Agency hal nach den furchtbar,)'» Geschehnissen in Palästina ihre Feuerprobe nicht bestanden. Ob es wohl anders gewesen wäre, hätte Louis Marshall eingreifen können? Es läßt sich nichl rüekprophezeien. Aber eines ist gewiß: eine der stärksten, der jüdischesten Kniffe ist nicht mehr. Nicht nur in der amerikanischen Judenheit war Marshall eine lebendig wirkende Krall, sondern weil über diesen Teil fies Judentums hinaus. Er sah auch das jüdische Leben in seiner Gänze. Nicht Teile, nicht Reformen, nichl Tagesfragen standen vor seinem Blick, sondern Formung des Lebenswillens seines Volkes für die Dauer. Als in Paris die Welt nach dem furchtbarsten aller Kriege neu geordm ' wurde, kam er mit jenem unglücklicher. Wilson herüber. Mit seinem scharfen lebendigen Denken griff er bestimmend in jenem Punkte der Friedensverhandlungen ein. der über den Tag und seine Mächlcrivalitäteii hinausging. Marshall hal viel dazu beigetragen, daß die M l n o r i I ä t e n v e r trag e geschaffen wurden, jenes Werk, das den kleinen und kleinsten Nationen das Recht auf Leben sichern soll. Kraftvoll griff Murshall damals ein. um die Rechte der klassischen aller Minderheiten, der j ü d isehen, zu sichern. Er dachte in die Dauer seines Volkes. Wenige Monate ist es her. da schleuderte er einen furchtbaren Mahnruf in das Judentum Amerikas: Unsere Jugend verdorrt! Er erkannte, daß in Amerika wie überall rlie Lebensfrage der Judenheit ihre Jugend ist. Auch hier dachte er Dauer. Und dachte sie, als er in langer Arbeit Weizmanns Konzeption der Jewish Agency zur seinen machte. Führer durch und durch.

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