Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 7 (1929)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1929)
- Article
- Der Duft der Erde ; Die Magd Marie
- Date
- 1929-09-01
- Page
- 528 (sequence 1)
- Language
- German
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BER HOROWITZ-. Aus dem Buch „Der Duft der Erde" Gott, Welt, Reiche, schöne, unendliche! Ärmliches, armseliges Wort W?V sich aussprechen, W^ie sich sammeln, Wie lohsingen! Ist nicht seihst der gewaltigste Psahn Lächerliches Stammeln hier — O! (Brust, befreie dich!) Jvlensch, stech deine plumpen Finger ins J^Iaul, Pfeif, daß es schallt! (^X^ie der einfältige Knabe in der Legende Einst im Gotteshause zu pfeifen begann), Oder wie der bescheidene Schäfer, Der eine Stadt vom Gerichte gerettet: So laßt uns aufschreien In V er zückung : Ähph, Beth, Gimel, Daleth.! Die Magd Marie Ihr, der armen Dienstmagd, kommt keine Herrin gleich Und wenig Herzen weiß ich, die wie ihr Herz so reich . . . Und keine Arheit giht es, wie niedrig sie sich {and, Die nicht geheiligt würde in ihrer rauhen Hand. Sie naht mit stillem Schritt, klofift an; die Türe sprang: Es ist so wie ein Volkslied, ihr Gang ist ein Gesang. ^$7ie liehlich sie die Tasse in ihren Händen hält, Den goldnen Tee in Gläsern vor jeden Gast hinstellt. Und ihre klingende Stimme, wie gerne hört man sie, Drum {ragt man sie auch freundlich: ,,^C^ie geht's Ihnen, Jyfarie? „O danke schön, Herr Doktor , sie lächelt endlos gut, y^lan wähnt, der eltenfriede wohnt ihr in Herz und Blut. Hat unterm vierzigjährigen und jungfräulichen Zofif Der Schmerz ihr nie gegriffen mit KJammern um den K.op>f? Ist denn das Lehen immer still über sie gezogen? Die Schönste des böhmischen Dorfes hat niemals die Hoffnung belogen 9 Sie ist hinweggegangen und blickt uns grüßend an — So viel von eine?- T^lutter wird hier umsonst vertan f Aus dem Jiddischen von Ernst "W^aldinger