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Menorah · 1929-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1929) · p. Seite 436

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
7 (1929)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1929)
Article
Hans Sochaczewer, Sonntag und Montag [Rezension]
Date
1929-07-01
Page
Seite 436 (sequence 2)
Language
German
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436 MENORAH zeitig ein Gefühl bitterer Ohnmacht gegenüber diesem saugenden Strudel des Lebens. se—n. GEORG HERMANN: ZEITLUPE. Deutsche Verlagsanslalt, Stuttgart. Die Zeitlupe, jenes Werkzeug des Films, vermag Wunder: sie allein gebietet dem Augenblicke zu verweilen, gibt Entschwindendem Halt. So auch die Erzählungskunst Hermanns. Was der Vergessenheit anheimzufallen droht, Erlebnisse, Betrachtungen über Menschen und Dinge werden noch einmal hier in gestaltender Dichtung festgehalten, dem Leser zur genußvollen Freude. LUDWIG RENN: KRIEG. Frankfurter Societäts-Druckerei, Frankfurt a. M. Es ist nicht seelisch kompliziert, es ist nicht überschwenglich erhaben, nicht haßerfüllt verzerrt; das Buch vom Krieg. Mit nüchterner Realität sind die Geschehnisse aufgezeichnet, aus der Grabenperspeklive des einfachen Kämpfers ein Ausschnitt aus dem Ringen an der Westfront gegeben. Das Buch wird ein Dokument bleiben für viele Generationen, ein Zeugnis der Tat, kein sentimentales Poem auf Heldenverehrung berechnet. ROMANE DER WELT. Th. Knaur Verlag, Berlin. Ferienbücher sind Bücher für Ferien: wenn der Alltag zu arg zu werden droht, muß man ihm entfliehen. Um es ganz gründlich zu tun, sollte man ganz weit gehen, nicht bloß das Land, auch die Umgebung, die soziale Schichtung verlassen. Das sollte auch der Sinn von Büchern für die Ferien sein und dies ist auch bei den Büchern dieses Verlages der Fall. In ZANE GREY: WÜSTENGOLD nehmen wir an den Kämpfen der mexikanischen Revolutionäre teil, an den Schicksalen einsamer Menschen, die der Wüste ihr Gold, dem Sande fruchtbare Oasen, der Wildnis die blaue Blume der Liebe abringen. Anders ALUIZIO AZAVEDOS: EIN BRASILIANI¬ SCHES MIETHAUS, plaudert von allerlei ergötzlichen und auch traurigen Schicksalen aus dem Proletarierhause an einer fernen tropischen Küste. PANAIT ISTRATI: DIE HAIDUKEN. Verlag Kütten & Loening, Frankfurt a. M. Nicht Räuber, nicht Mörder sind diese Haiduken. Wie die Freibeuter der westindischen See kämpfen sie, von romantischen Ideen verführt, für Unabhängigkeit, gegen Unterdrückung und Ausbeutung. Sie intrigieren, greifen in die Politik ein, verhelfen Alexander Kusa, dem Haiduken, auf den rumänischen Königsthron, alles unter der Führung einer schönen, opferbereiten Frau. Seltsame Dinge, voll lebendiger Farbenpracht, aus einem dem Westeuropäer unbekannten Milieu berichtet dieses Buch. H. ARNOLD HÖLLRIEGEL: DAS URWALD¬ SCHIFF. Verlag S. Fischer, Berlin. Ein Poet erzählt von dem großen Geheimnis der Urwälder am Amazonenstrom. Ihre Zauber verwirren den nüchternen Geist des Naturforschers, den sein lebenslanges Sehnen aus der Realität seines deutschböhmischen Gymnasiums hierher getrieben hat. So verwirrend wie die Wälder, sind die Menschen, sind die Mythen, die man von diesem zauberhaften Landstrich erzählt. So rätselvoll ist die Geschichte des UrwaldschiiTes, jener ersten Reise weißer Menschen von den Kordilleren bis zum Atlantischen Ozean, von der Entdeckung Eldorados, des mystischen Goldlandes. Unserem Helden scheint dieser Bericht Epilog auf sein Leben. Da die Tücke des Zufalls die Fortsetzung der Reise auf dem europäischen Dampfer unmöglich macht, verläßt er das Schiff, um allein in den Tiefen des Urwaldes unterzutauchen. H. JOHANNA ABELES & SOHN MIEDERSPEZIALITÄTEN WIEN, I., ROTENTÜRMSTRASSE 23 Herausgeber Dr. Norbert Hoffmann, Eigentümer und Verleger H abr i t h-Ve r 1 ags gesellsch a f t m.b.H., sämtlich Wien, I., Zelinkagasse 13. Verantwortlicher Redakteur Friedrich Matzner, Wien. V., Margaretengürtel 22. Druck der Waldheim-Eberle A. G. (verantwortl.: Karl Wieland), Wien, VII. Seidengasse 5—n.

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