Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 7 (1929)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1929)
- Article
- Bernhard Lazare. Le Fumier de Job. ... [Rezension]
- Date
- 1929-03-01
- Page
- Seite 231 (sequence 2)
- Language
- German
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B I B L I O G R A P H I E •231 und Anspannung seelischer Kräfte wiederzugeben, in der diese Meditationen entslanden, die wahrlich mit Blut geschrieben sind. Das prachtvolle einleitende Porträt Lazares, von Charles Pigny, einer der markantesten französischen Persönlichkeiten, verlaßt, verdoppelt die Bedeutung dieses gewichtigen Bändchens und macht es zu einer Quellt1 nicht nur literarischen Genusses, sondern vor allem tiefster menschlicher Erschütterung und optimistischen Glaubens au die Menschheit. Solche zwei Keile unter einem Umschlag! Der Kindruck ist groß. Aurelie Golliieb. (i.S. V1ERKCK-P. ELORIDüE. ALTOBIOGRA¬ PHIE DES EWIGEN JUDEN. (Meine ersten 2000 Jahre.) Paul List-Verlag. Leipzig. Inmitten der verwirrenden Geschehnisse des Weltkrieges begibt es sich, dal» in dem sagenumwobenen Einsiedlerkloster auf dem tterge Athos ein Eiernder von Distinktion eintrifft, begleitet von seinem Diener, der einer unbekannten Rasse anzugehören scheint. Eine Gruppe europäischer Gelehrter, gleichfalls durch Zufall in dieses Kloster verschlagen, entlockt nach strengen wissenschaftlichen Methoden dem Eremdling das Geheimnis seiner Herkunft. Kein Geringerer als der ewige Jude — Karthaphilus — gibt ihnen die Geschichte seines Passionsweges preis. Aber nicht die Verkörperung des Leidens und stummen Duldens, nein, ein Übermensch erwächst vor uns, der aus dem Geschenke oder Einehe des ewigen Lebens ein Leben sich gestalte! hat. das, von Leidenschaft durchglüht, ein Bild dämonischer Spannung wird. Bedeutsame Gewalten der Weltgeschichte treten uns entgegen, werden in das rätselhafte Geschick des ewigen Juden verwickelt, der mit feiner Ironie die Schleier von den Geheimnissen der Alkoven lüftet. Die Übersetzung Gustav Meyrinks unterstreicht den Charakter einer wissenschaftlich und historisch fundierten Grundlage, fällt aber sehr aus dem Rahmen, wenn sie die Juden im mittelalterlichen Spanien und Italien eine Sprache reden läi.U. die dem ..Mauscheln'4 der jüdischen Milieukomödie entlehnt scheint. V. //. GEORG HERMANN, TRÄUME DER ELLEN STEIN. Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart. Ein Buch von Georg Hermann wirkt wie ein sonniger Frühlingstag, wie leises Ahnen von Blühen und baldiger Reife. Diese Stimmung beherrscht das Fühlen seiner Heldin, die eine der Frauen ist, denen der Krieg ihre Jugend geraubt, die er unbeachtet verblühen und allern ließ. Aber wenn ihr auch selbst das Glück der Mütterlichkeit nicht beschiedeu war, weiß sie den Lebensinhalt des Weibes durch schützende Anteilnahme an dem von den Miseren der Nachkriegszeit gefährdeten Eheleben ihrer Nichte wiederzugewinnen. Darüber hinaus wächst aber der Auto/-, wenn er in diesem Buch nachdrücklich aus den Herzen der Witwen und Mütter die Mahnung und Warnung reifen läüt, die Sorge vor einer Wiederholung der fast vergessenen Unheiljahre. JOSEPH CONRAD, LEBENSERINNERUN- GEN. S. Fischer-Verlag. Berlin. Fünf Jahre lang begleitet das Manuskript seines ersten Romanos den Dichter auf seineu Abenteuerfahrten durch die Weltmeere. Nachdem er endgültig der See entsagt und sich auf englischem Boden niedergelassen hatte, zieht es Joseph Conrad Korzeniowski. den Sohn des in der Verbannung gestorbenen polnischen Freiheitskämpfers, in die alle Heimal zurück. Dort auf dem Schlosse seines Onkels bei Kiew erstehen in anekdotenhaften Erzählungen die von kühnem Freiheitsdrange erfüllten Jugendlage, die 1000 Erlebnisse des Irrenden an fernen Gestaden. Mit dem Dichter erfühlen wir den Reiz seiner Lebensphilosophie, daß wir, von der Erde wie ein Splitter losgelöst, einsam durch die Ewigkeit ziehen. .V. II. ROGER MARTIN DU GARD: DIE TN I- BAl'LTS. DIE GESCHICHTE EINER FA¬ MILIE. Paul Zsolnay-Verlag. Wien-Berlin. Das Ancinanderprallen von zwei Generationen, die gegensätzliche Strömungen des katholischen und hugenottischen Fiankreichs, ein Bild der heuligen bürgerlichen französischen Gesellschaft, Glück und Freude einer leiehtlebenden Jugend, die dabei doch schon die Probleme der kommenden Zeil fühlt und dabei leidet, das alles ist in diesen drei Romanhändcn zu linden. Die Menschen, die leben, handeln und leiden, werden uns nicht durch Schilderung nahegebracht, sondern wir erleben ihr Geschick mit ihnen. Es gibt keine Hauptfiguren und keine Nebenfiguren, denn vielfältig an f^TT-llVl \ Vi C^1JI|T,1? Größte internationale Kims V^J JL iiiVA/m.lV ^V^JnLir L Perücken, Scheitel und Transformationen W ien, I., Kärntnerring 6, gegenüber dem Hotel Bristol liefert seit mehr als anderthalb Jahrzehnten den vornehmen orthodoxen Damen aller Länder Perücken. ■ Spezialität: Brautsdieifel, diese «eitlen der Mäddienfrisur mit verblüffender Tänsdiung nadigemadit ■