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Menorah · 1929-03-01 · Heft 3-4 (März 1929) · p. 226

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
7 (1929)
Issue
Heft 3-4 (März 1929)
Article
Im Atelier der Graphikerin Klara Epstein
Date
1929-03-01
Page
226 (sequence 1)
Language
German
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Im Atelier der Gra$>hi\erin IsJara Eftstein Zwischen der Zeichnung und dem Bilde besieht dieselbe Beziehung wie etwa zwischen dem Gedicht und dem Roman: während das Bild mehr ins Ausführliche und Breite gehl, beschränkt sich die Zeichnung auf das Andeutende, improvisatorisch Einlangende. Die Folge davon ist. daß der Beschauer zum Milgeslaltcn a n g e r eg t wird. Daher der besondere Reiz der flüchtigen Zeichnung, die häufig einem Bilde vorgezogen wird. Die vielen Zeichenblätter der Graphikerin Klara Epstein wirken überaus fesselnd und suggestiv. Bevor man sich darüber im klaren war. ist man schon gefangengenommen: eine stille, zarte Well, von einer feinen Beobachlerin eingefangen, strahlt aus ihnen. Das Auge des Beschauers folgt vertrauensvoll der kontemplativen, vielleicht etwas zu gewissenhaften Linienführung der Zeichnerin. Keine Spur von jener billigen, bluffenden Leichtigkeit oder Virtuosität. die im Beschauer die Neigung zu Mißtrauen zu wecken pflegt. Die von der Künstlerin bevorzugten Fabeln und Grundstimmiingcii sind lyrischer Natur. Und eine poesievolle, leichte Nervosität hehl die kleinen Kunstwerke auf ein hohes künstlerisches Niveau. Charakteristisch für das kulturvoll abgetönte Temperament der Künstlerin ist ihr .saftiger, leise erbebender Strich. In diesem kommt das Jüdische in ihr zum Durchbruch. Der jüdische Lyriker ist dem französischen sehr vorwandt: beide mischen gern einen Wermutstropfen bei. Der nervöse Geist, der unterirdisch sein Unwesen treibt, verleiht ihrer Lyrik Würze und Esprit. Die Richtung, die sich im Schallen dieser Künstlerin noch am stärksten betont halte, ist. mit der modernen französischen Richtung im Einklang. Dieselbe Tendenz linden wir in einigen beachtenswerten Ölbildern, die um so interessanter sind, als die Graphiker'ui sich hier mit Erfolg in einer Technik versucht, die der graphischen polar entgegengesetzt ist. Der oflgenannle Beschauer verläßt den Arbeilsraum der Künstlerin mit dem Gefühl, daß hier nur die wohlverdiente Würdigung der Künstlerin seitens der breiteren OffenIlichkeit fehlt, um ihr den Weg zur vollen Entfaltung ihres Könnens zu öffnen. Vielleicht würde sie dann auch weniger experimentieren und sich weniger mit der e i n z e 1 n e n Zeichnung belassen . . . Und die sich im Nebel fein zeichnende Brückensilhouetle und ferne Leierkastenklänge bringen dem Beschauer erst ins Bewußtsein, wie sehr ihn die gesehenen Zeichenblätler über den grauen Alllag emporgehoben haben. Karl Tschumy. WIR SIND WIR! jeder Jude ist Partei. •'/, — 5, — 6, 7, — ist er sich denn treu geblieben Rechts und links ist einerlei, nur die Arbeit macht uns frei. Tempo, Tempo, I. — 2, 3. Wie du mir, so ich dir. I, — 2, — 3, — A, Gott, die Seele geht in Binsen. Zinsen . . Zinsen , . Zinsen . . Zinsen . Sentiments sind Kinderei, inoncy ist das Feldgeschrei. Vorwärts, vorwärts 1, — 2. -- 3. Sehnsucht drückt, — .so schwer wie Bleic. Selbsterziehung! 1, 2, — 3, — Sport -■- vielleicht, macht noch Pläsir. 1, -- 2, — 3, //. Training — Training rat' ich dir. Kinnschlag — Knock-out! Wir sind wir. I, — 2, — 3, - '\, . . — . aus. Hans Frank.

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