Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 7 (1929)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1929)
- Article
- An unsere Leser! [Nachricht]
- Date
- 1929-03-01
- Page
- 130 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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An unsere Leser! Durch die vorzeitige Auflösung des Druck- und Verlagsvertrages seitens der Firma Horodisch & Marx (Berlin), wurde der Bestand der Menorah aufs äußerste gefährdet Obzwar das weitere Erscheinen des Blattes gesichert ist, dürfte sich die Notwendigkeit ergeben, auch die nächsten Hefte als Doppelhefte erscheinen zu lassen, da die technischen Schwierigkeiten, die bei der wiederholten Verlegung nicht zu vermeiden waren, noch nicht zur Gänze überwunden sind. Wir bitten alle Freunde und Bezieher der Menorah uns auch weiter ihre Unterstützung nicht zu versagen, um die Menorah vor dem gewohnten traurigen Schicksal der jüdischen Zeitschriften zu bewahren. Die Redaktion. UNSERE AUTOREN j~^R. PHIL. DAVID KOIGEN, am 28. Oktober 1879 in der Ukraine geboren, deutscher Staatsangehöriger, ist direkter Nachkomme des bekannten Kabbalisten, Rabbi Naphtali Cohen, Oberrabbiner in Frankfurt am Main im 18. Jahrhundert und ehemaliger Professor der Philosophie und Soziologie an der Universität Kiew. Professor Koigen ist Begründer der Zeitschrift „Ethos" (1925). Die von ihm bereits veröffentlichten Schriften haben den Aufbau einer eigenen Kulturgeschich ts- und Religionsphilosophie zur Aufgabe, die in der Lehre vom „K u 1t u r a k t", von der metaphysischen Grundverfassung des historischen Geschehens, einer „Struktursoziologie" und der „Intimitätsreligio n" gipfeln. David Koigen ist zur Zeit u. a. mit der Abfassung eines zweibändigen Werkes über die „Philosophie der jüdischen Geschichte" beschäftigt. — Die hier vorliegenden Ausführungen über das „Haus Israel" stellen eine schriftliche Fassung einer seinerzeit öffentlich gehaltenen Rede dar. "TIER DICHTER JAKOB LOEWENBERG wurde als Sohn eines Handelsmannes in einem kleinen Dorf bei Paderborn am 9. März 1856 geboren. Der jüdische Geist des traditionstreu geführten Elternhauses und die stille Schönheit der ländlichen Heimat formten seine Jugend. Der Roman: „Aus zwei Quellen" und der Gedichtband „Kämpfen und Bauen" werden als interessante Dokumente einer guten und beschaulichen jüdischen Familientradition gewürdigt. Mitte Februar 1929 ist Loewenberg hochbetagt nach einem wirkungsreichen Leben als Lehrer und Schulleiter in Hamburg gestorben. "D ABB. DR. KURT WILHELM, 1900 zu Magdeburg geboren, absolvierte dort das Gymnasium, bezog 1919 die Universität Breslau und das Breslauer Jüdisch-theologische Seminar, promovierte 1923 und ging Ende 1923 nach New York an das Jewish Theological Seminary of America. Er erhielt dort im Jahre 1925 das Rabbinatsdiplom, kehrte darauf nach Deutschland zurück, wo er seit August 1925 in Braunschweig als Landesrabbiner amtiert. CYLVIA K£>PALD, 1899 geboren, studierte am Barnat College und Columbia University (U. S. A.), lehrte an beiden Instituten in Arbeiterklassen. Jetzt Lehrerin an der volkswirtschaftlichen Fakultät des Hunter College. Verbrachte das Jahr 1927 in Europa um hier die Organisationen der Arbeiterklasse zu studieren. Ist mit ihrem Mitarbeiter Ben Selekmann verheiratet. "D EN SELEKMANN, 1893 in Bethlehem, Pa. -Ll (U. S. A.) geboren, studierte an den Universitäten von Pittsburgh und Columbia. Autor mehrerer Werke über die Arbeiterfrage in U. S. A., besonders auf dem Gebiete der Bekleidungsindustrie. Dr. Selekmann ist Mitglied des Advisory Committee der hebräischen Universität in Jerusalem. T~}R. MAX EISLER, Professor an der Universität in Wien, geboren 1881 in Boskowitz (Mähren, Tschechoslowakei), geschult in Westeuropa (Holland, Frankreich, England). Seine Arbeitsgebiete liegen hauptsächlich auf den Gebieten: „Städtebau" (Geschichte eines holländischen Stadtbildes, Historischer Atlas der Stadt Wien, u. a.K „Alt Holland" (Alt Delft, Rembrandt als Landschafter, Der alte Rembrandt u. a.), „XIX. Jahrhundert" (Gustav Klimt, Anton Hanak, Jozef Israels u. a.). Neben diesen Forschungen nimmt Eisler am modernen Kunstleben durch Vorträge, Kurse für Volksbildung (Radio) und als Mitarbeiter an Zeitschriften werktätigen Anteil. (Fortsetzung siehe Seite 227)