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Menorah · 1929-02-01 · Heft 2 (Februar 1929) · p. 102

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
7 (1929)
Issue
Heft 2 (Februar 1929)
Article
Der Klan
Date
1929-02-01
Page
102 (sequence 1)
Language
German
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DER KLAN Von I. Opatoschu or.ch.huck v*n>ot*n) Samstag abends kam Ben mit den Pferden vom Felde zurück. Er tränkte die Tiere, führte sie in den Stall, wo ihn der Staub des frisch aufgebreiteten Strohs in der Nase kitzelte, und schüttete ihnen Hafer vor. Sein Herr, der Farmer Smith, der Heu wendete, sah sich nicht einmal um, als Ben eintrat. Smith war nicht zu sehen, da er im tiefsten Schatten stand; nur die langen schmalen Zinken seiner Heugabel, die in regelmäßigen Abständen in dem dunklen Stall aufblitzten, sagten Ben, daß hinter dem Heustapel der Farmer Smith stand und schlechter Laune war. Ben war besorgt. In der kurzen Zeit, da er auf Smiths Farm arbeitete, waren die zwei besten Kühe gefallen. Der Farmer halte kein Wort gesprochen, seinen Schmerz in der Arbeit e: stickt und war tagelang auf dem Felde geblieben. Smith, von Natur aus schweigsam, sprach sehr wenig mit Ben. Jeden Morgen teilte er ihm in kurzen, geradezu gezählten Worten die Arbeit zu und ging aufs Feld. Ilager und sonnverbrannt, ein Geflecht aus Knochen und Muskeln, war er vom Morgen bis zum Abend über den Boden gebeugt, stumm und starr gespannt v ie seine Drähte, die ein Feld vom anderen teilten. Ben hatte seine Pferde besorgt; er wartete nicht erst auf eine Ansprache seines Herrn, sondern ging ins Haus zum Abendbrot, in der Erwartung eines Gespräches mit der Farmerin. Frau Smith war der gerade Gegensatz ihres Mannes — so sparsam er mit dem Wort umging, so verseil wenderisch war sie damit; sie sprach gewissermaßen auch das Teil ihres Mannes. Das Haus war leer. Ben setzte sich zu Tische und begann zu essen. Er fühlte sich fremd als Jude zwischen den Christen. Bei Nacht konnte er lange nicht einschlafen; er lag wach im Stall neben den Pferden und starrte auf die weite Fläche der Felder, eise ihn geradezu drückend beengte. Am Sonntagmorgen antwortete der Farmer kaum auf Bens Gruß. Bis Mittag saß er mit der Frau und den Kindern bei der Bibel und aß dann allein ohne die anderen. Nach dem Abendessen spannte er ein, setzte seine Familie auf den Wagen und schwang sich auf den Bock, ohne zu sagen, wohin, er fuhr.

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