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Menorah · 1929-01-01 · Heft 1 (Januar 1929) · p. 63

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
7 (1929)
Issue
Heft 1 (Januar 1929)
Article
A. Eckstein: Haben die Juden in Bayern ein Heimatrecht? [Rezension]
Date
1929-01-01
Page
63 (sequence 1)
Language
German
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A. ECKSTEIN: Habe» die Juden in Hävern ein Heimatrecht? Philo - Verlag - Berlin 1928. Eine Gelegenheitsschrü't. Aber, wenn Goethe seine MeisterschöpFunsen ,,Gelegenheitsgedichte" nennt, so darf man diese Gelegenheitsarbeit des trefflichen Bamberger Historikers als eine Mi isterleistung bezeichnen. Klar und bestimmt, mit sicherem Ziel und sicherer Hand werden Iiier schlagend beweiskräftige Daten sorgsam gruppiert und ins Treffen geführt. Objektiv unumstößlich, subjektiv durchgeführt von dem Gefühl warmer Begeisterung für den Gegenstand, gerechter, sittlicher Entrüstung über feindselige Niedrigkeit. Der /-weck ist erreicht. Diese Position hält joden Ansturm aus. Als Wiener muß man es beklagen, daß hierzulande einer solchen, für die Apologetik höchst wertvollen Schrift zu Schutz und Trutz derzeit unüberwindliche Schwierigkeiten entgegenstehen. Uebrigcns war der in München unter dem roten Terror erschossene Maler Berger ein Wiener. Unter den bayerischen Offizieren vermisse ich einen jüdischen Major der Landwehr, den ich im Jahre 1892 in Pirmasens als Inhaber einer Schuhfabrik kennengelernt, dessen Name ich aber leider vergessen habe. Dr. M. Grunwald. THEODOR DREISER: JEN NIE GER¬ HARDT, Roman. Paul /.solnay Verlag, Wien-Berlin. Ln diesem Werk hat Dreiser, der Balzac der neuen amerikanischen Literatur, ein Frauenschieksal dargestellt. Aus dem Milieu der deutschen Einwanderung kommend, erringt die junge Jen nie die Liebe eines alternden Senators, den ein plötzliches Schicksal dahinrafft, bevor noch die Legalisierung der Beziehungen erfolgen kann. Mit ihrem Kinde entflieht sie vor dem Zorn des Vaters in die aufstrebende Großstadt des Ostens. Hier im Milieu des hundertprozentigen Amerikanertums erfüllt sich ihr Leben. Iii Liebe finden sich der Sohn des reichen Fabrikanten und das arme Mädchen. Jahre des Glücks verlebt sie an seiner Seite. Aber die Liebe, die stark genug war, alle persönlichen Hemmnisse zu beseitigen, vermag nichts gegen die Abneigung der Familie, die sich vor dem eingewanderten Dienstmädchen versehließt. Das Testament eines harten Vaters nötigt ihren Freund sie zu verlassen, eine gesellschaftlich ebenbürtige Heirat mit einer Jugendfreundin einzugehen. Der Tod des Freundes, der Tod des letzten Unterpfandes ihres Lebens, ihres Kindes, läßt Jennie an der Schwelle des Alters in trostloser Einsamkeit zurück, in der Schilderung des Milieus der Einwanderer, der sozialen Struktur eines aufstrebenden Bürgertums, zeigt sich Dreiser als Erzähler großen Formats, der aber in Vermeidung überflüssiger Sentimentalität das Filmthema \om Milliardär und der Stenotypistin" zu einem schlichten menschlichen Erlebnis macht. N. IL JOHN GALSWORT1IY: DER M EN SCI l UND SEIN WERK. v. L e o n S eh a 1 i t. Raul Zsolnay Verlag, W ien-Berlin. Als ich mich entschlossen hatte, die ,,Forsyte Saga*', das große englische Nationalepos kennen zu lernen, las ich abwechselnd im Original und die Uebersetzung von Leon Schallt, die auch eine Lebensarbeit bedeutet, eine Arbeit, von deren Bedeutung

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