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Menorah · 1929-01-01 · Heft 1 (Januar 1929) · p. Seite 58

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
7 (1929)
Issue
Heft 1 (Januar 1929)
Article
Eine italienische Reise
Date
1929-01-01
Page
Seite 58 (sequence 9)
Language
German
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58 MKNOKAH Sofrim in die alten Haggaden gemalt haben, denn nach Leonardos Abendmahl hätte jeder Jude es als eine Entheiligung angesehen, dieses Bild in das Passahbuch zu zeichnen, und die anderen hätten es als eine Blasphemie betrachtet, wenn ein Soler das Zusammensein mit den Jüngern bildlich nachgeahmt hätte. Und nun standen wir in diesem alten, leeren Raum, der einer Scheune glich ja der Scheune, in der dies Judenkind einst geboren sein soll, und an der Kreuzwand hatte ein Gottbegnadeter das Menetekel der Menschheit gemalt: 13 Menschen um den Tisch zum Passahmahl, zum letzten Mahl bevor sie hinausziehen in das gelobte Land der Freiheit. Zwei Gezeichnete in diesem Kreise, der eine geht in den Tod für die Menschheit, der andere zum ewigen Leben der Volksmund nennt ihn den ,,ewigen Juden". Gegen Abend waren wir in Padua. Padua ist eine alte stille Stadt. Wir wanderten noch ein wenig durch die Straßen, sauber und Friedlich, man sieht ihnen und den Häusern hier in der Hauptstraße die 90 000 Einwohner der Stadt nicht an. Auch ihren Reichtum nicht. vSoll sie doch nächst Rom die reichste Stadt im Lande sein. 000 Juden wohnen in Padua, also sowohl in Rom wie auch hier, anstatt des Landesprozentsatzes von ein zehntel Prozent in diesen beiden Städten ein Prozent der Bevölkerung. Ob deswegen Rom und Padua im Lande mit zu den reichsten Städten zählen? Am anderen Morgen gingen wir in die Synagoge. Auf dem Wege dorthin besichtigen wir die Universität; in den Vorhallen, an den Treppenw änden und in der Aula (ein w underbarer Raum aus dem 15. Jahrhundert), Tausende und aber Tausende von Wappen derer, die im Laufe der Jahrhunderte hier studiert hatten, darunter viele deutsche Namen. Ob auch die Juden hier ihre Wappen haben, die diese Universität einst besucht hatten? Ich besaß eine Jlaggada, die in Pergament eingebunden war, ein Doktor-Diplom für den Ebräer Immanuel Heil'ron, Padua j786. Wir besuchten noch die Kapelle Madonna del Arena mit Giottos Fresken, der Vorgeschichte Josua von Nazareths, ohne Unterbrechung Altes und Neues Testament ohne Unterbrechung wo das Alte zu Ende und das Neue begann. Dann gingen wir durch Gassen und Gäßehen bei einigen Trödlern vorbei — einen sprachen wir an, es w ar der Richtige - er wurde unser Führer in dem alten „Tempio Israelitico14. Nicht weit von seinem Gewölbe blieb der Alte mit uns vor einem Hause stehen, das sich äußerlich nicht besonders von den anderen Gebäuden dieser Straße unterschied —. Eine alte, schöne, holz-

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