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Menorah · 1929-01-01 · Heft 1 (Januar 1929) · p. Seite 32

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
7 (1929)
Issue
Heft 1 (Januar 1929)
Article
Vom Nil zum Jordan
Date
1929-01-01
Page
Seite 32 (sequence 2)
Language
German
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32 M E N () R A H kollektiver Ungeduld, die manchmal die Existenz der Legion bedrohten — aber niemals unter den „Schneidern". Für sie war alles: Gefahr und Hitze, schlechte Behandlung und die unendliche Langeweile des Dienstes während des Waffenstillstandes, das Schlafen auf den Steinen, die Wacht auf einsamen Bergen, Malaria und Verwundung und eine leere Wasserflasche — all das war ihnen bloß ein Teil der Aufgabe, die man auf sich nehmen und bis zum Schlüsse pflichtgetreu erfüllen mußte. Freilich brummig; aber das Brummen ist das einzige Privileg eines Soldaten, sagt ein englisches Sprichwort, und selbst Napoleon nannte seine besten Soldaten ,,die alten Brummer". Immer unzufrieden und immer pflichtgetreu. Ich habe bei ihnen kein kollektives Leben vorgefunden, ebensowenig irgendwelche gemeinsame ideologische Interessen; sie hielten weder Versammlungen ab, noch herrschte bei ihnen Neigung zur Vereinigung. Es war eine Art Abgeschlossenheit kleiner, oft zufälliger Gruppen, nach der Einteilung in Zelte, die irgendein Sergeant getroffen hat, ungeachtet dessen, wer mit wem befreundet oder verwandt war. Gut denn: da werden halt diese Zeltnachbarn deine neuen Freunde werden; man hilft ihnen so gut es geht, spielt mit ihnen Karten, tauscht gegenseitig Meinungen über Dienstangelegenheiten und Erinnerungen an die Heimat aus, und man sehnt sich nicht mehr nach den alten Freunden, mit denen man früher in anderen Zelten zusammengelebt hat. Sehnsucht haben darf man bloß nach einer einzigen Sache — nach seinem „Heim". Den Krieg haßten sie als einen wilden Wahnsinn einer besoffenen Weit, der nicht die mindeste moralische Berechtigung hat, noch haben kann; die palästinensischen Freiwilligen hielten sie einfach für Narren. Aber hier eine Tatsache: Nach dem Frieden von Brest-Litowsk erinnerte sich jemand in Allenbys Hauptquartier, daß auch sie „Russen" waren, also gab es hier eine gute Gelegenheit, die jüdische Legion zu vernichten. Patterson erhielt plötzlich den Befehl, seine Soldaten zu versammeln und ihnen zu erklären, daß es jedem zustehe, sich in ein Arbeitsbataillon einteilen zu lassen, daß weit von der Front und außerhalb jeder Lebensgefahr arbeiten wird. Mehr als tausend Mann waren bei jedem Appell in Helmia anwesend: bloß zwei nahmen den Vorschlag an. Palästina interessierte sie ganz einfach nicht. Nach dem Waffenstillstände wurde ihnen erklärt, man werde ihnen die Möglichkeit bieten, alle historischen Stätten des Landes auf Kosten der Armee in Gruppen zu besuchen. Aber wenige nahmen die Gelegenheit in An-

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