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Menorah · 1928-11-01 · Heft 11-12 (November 1928) · p. Seite 722

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
6 (1928)
Issue
Heft 11-12 (November 1928)
Article
Emil Ludwig: Genie und Charakter ... [Rezension]
Date
1928-11-01
Page
Seite 722 (sequence 2)
Language
German
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722 IVI ENORAH trätisten", fällt es dem Kritiker schwer, den Vergleich zu unterdrücken, Ludwig den Plutarcli unserer Zeit zu nennen. Ist ihm docli die Gabe vergönnt, seine Porträts so zu zeichnen, daß der Leser im fremden Schicksal eigene wohlvertraute Gedankenbilder zu erkennen glaubt, im eigenen Herzen die Person erstehen und vergehen fühlt. So reiht sich in der Sammlung Genie und Charakter, Persönlichkeit und historische Figur, alle die Menschen, die in den letzten zweihundert Jahren in die Gestaltung des europäischen Schicksals und seines kulturellen Antlitzes entscheidend eingegriffen haben. Die Art der Darstellung, ihr Stil ist immer der Person angepaßt. Dieser Vorzug Emil Ludwigs zeigt sich auch im „Menschensohn". Ein Holzschnitt ist es, in der Manier der alten Meister mit minutiöser Genauigkeit ausgeführt, farbig in den Tafeln und reich an Details, wenn das Land, die Natur, die sozialen und kulturellen Bedingungen geschildert werden, streng und ernst in der Linienführung, wenn sich ein großes Schicksal erfüllt. Die Geschichte des Entstehens und Vergehens ist den Evangelien nacherzählt. Scheint es aber nur oder bringt gerade diese Gegenüberstellung in der Darstellung die Kluft zum Bewußtsein, daß dieses Schicksal, diese Lehre, aus dem Judentum hervorgegangen, vom klaren Wege der Propheten sich zu sehr in Gedankengänge aller heidnischer Naturphilosophieen verleiten ließ? Wie dem auch sei, hier sind keine theologischen, keine historischen Probleme zu lösen, ein Porträtist zeichnet ein Bildnis und wir fühlen, wie sich das Schicksal einer Welt erfüllt. — I. OPATOSCHU: DER LETZTE W ALD¬ JUDE. Heinebund, Berlin. Unter den Neuerscheinungen dieser rührigen Gemeinschaft ist besonders der Roman von I. Opatoschu hervorzuheben. Soeben erschien Jakob Wassermann Gesammelle Studien, Erferttruingen, Reden £iii$ drei Jahrzehnten lO.Tauiseiicl. GOOSeiten. Leinen ML 12, SO, Hai bieder M. IS Urteile der Presse: Flammend der Geist, flammend die Seele, flammend das Won . . . (israelitisches Wochenblatt für die Schweiz). Welche Fülle der Gesichte, welch Wandel der Gestalten, welch riesige Schau geistigen Treibens! (Essener Allgemeine Zeitung). Man bewundert in jedem Stück Wassermanns Kraft und Vitalität (Neue Zürcher Zeitung). Meisterhaft! (Dortmunder Zeitung) Verlangen Sie Prospekt M18 kostenlos! Grethlein €«. Co. / Leipzig / Xüricl*

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