Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 6 (1928)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1928)
- Article
- Augsburg [Illustration]
- Date
- 1928-11-01
- Page
- 678 (sequence 1)
- Language
- German
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Augsburg Paul Sundheimer / Die finanziellen Beziehungen zum Staat ie finanzielle Verbindung von Juden und Fiskus begann in I * Bayern Anfang der zwanziger Jahre des 18. Jahrhunderts. Den besonderen Anlaß dazu gab die Vermählung des Kurprinzen Karl Albreeht mit der Kaisertochter. Die Hochzeit sollte gemäß einem kurfürstlichen Dekret mit „außerordentlichen solennitäten und pracht celebriert" werden. Zur Befolgung dieser allerhöchsten Ansprüche des Landesherrn mußte der Hof jude Noe Samuel Isaac nicht weniger als 950 000 fl. dem Staate kreditieren. Und diese respektable Summe diente einzig und allein dem Prunk am Hofe, der nach französischem Vorbild getrieben wurde, obwohl auf dem Lande eine Schuldenlast von 20 Millionen lastete und das Volk ganz empfindlich unter den Nachwehen der österreichischen Okkupation litt. Dabei genügte aber das Noesche Darlehen nicht im entferntesten zur Bestreitung aller Ausgaben für die Hochzeit Karl Albrechts, denn sie beliefen sich insgesamt auf 4 Millionen Gulden. Deshalb zog man auch noch den Wiener Hofjuden Wolf Wertheimer, der sich zu einem Kredit von 1,2 Millionen fl. bereit erklärt hatte, als Geldgeber heran. Den Juden stand nun der Weg offen zu einem der glänzendsten Höfe Europas, zum kurfürstlich bayerischen. Inwieweit sie daraus ihren Vorteil gezogen haben, soll hier unberührt bleiben. Tatsache ist, daß die beiden genannten Juden mit die hervorragendsten Staatsfinanziers der damaligen Zeit in Bayern waren. Zu ihnen gesellten (18. Jahrhundert)