Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 6 (1928)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1928)
- Article
- Bibliographie [Rezension]
- Date
- 1928-10-01
- Page
- Seite 608 (sequence 2)
- Language
- German
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608 MENORAM Sinn und die Bedeutung des' Textes verschließen. Die Ueberset/er, deren Studium hoch zu rühmen ist, gehen aui' die Grundbedeutung zurück und kommen so zu Worten, die unverständlich und mit unserem Gebrauch nicht zu vereinen sind,;n z- B« wird in 2. Mose 10, 9 mit „Rundreihn" wiedergegeben, „denn Rundreihn ists uns vor JJIM". Von dem Wort Rundreihn wird dann das Verbum „rundreihen" abgeleitet, z. B. 5, 1 „daß sie mir rundreihen in der Wüste". Welcher Leser verbindet wohl mit diesem Worte den beabsichtigten Sinn? Die Uebersetzer gaben das gleiche Wort 13, (i mit „Runde" wieder und 23, 15 mit Festreihen". Wäre nicht unser gebräuchliches „Fest" immer noch die heste Uebersetzung? So wechselt auch die Uebersetzung für j-^s 4. Mose 15, 38 und 39 mit ,,Fransenblätter", „Geblätter" und „Blattmal". wird 2. Mose 14, 19 mit „Stand" nach der Grundbedeutung und 14,24 mit Säule, Sr^ 3. Mose 25, 10 mit „Heimholer" wiedergegeben. Mit der Grundbedeutung allein kann man nicht übersetzen; der Sinn von Worten wandelt sich eben in jeder Sprache und wird im Gebrauch ein anderer als sie ursprünglich bedeuten. Ob der Leser dem Uebersetzer bei der Wortschöpfung „zweinütz und einnütz" 36, 28 beipflichten wird? Wir verkennen durchaus nicht, daß u.is eine getragene und poetische Uebersetzung geboten wird, sie muß doch aber dem Leser verständlich sein. Ob dies bei der Bezeichnung eines Opfers mit „Hinleite" möglich ist? Man kann doch nicht die „Entsündung metzen" 3. Mose (J, 18, sondern nur die „Sündgabe", wie das gleiche Wort 7, 7 wiedergegeben wird. Der Hebräer sieht in dem gleichen Wort die Entsündung wie auch das Opfer dabei. Das hebräische Vorbild nachahmend wird 3. Mose b", 8 „die Lichtenden u. die Schlichtenden" übersetzt oder 19, 31 „zu den Elben u. zu den Wisserischen". Worte wie „Scheuel", sehneitle", „Obschatten" ,Gefechten", „lafriocker Brotzeug", „schwenden" sind zu ungewohnt, um verständlich zu sein. Ausdrücke, wie „dann nahte er die Nahung des Volkes dar" oder „Abheiligung von Darheiligungen" geben uns nicht den Sinn des hebräischen Textes wieder. An einigen Stellen wird der massoretische Text verlassen. Die Beanstandungen, die ja nur als Beispiele herausgegriffen sind, sind sehr zu bedauern, weil die wertvolle Uebersetzung hierdurch beeinträchtigt wird; denn wertvoll und schön bleibt die Arbeit. Dr. Salonion JOHANNA ABELES & SOHN MIEDERSPEZIALITÄTEN WIEN, I., ROTENTÜRMSTRASSE 23 M. W. Kaufmanns Verlag Leipzig Die Kunst als Jude zu leben (Minderheit verpflichtet) Von Heinrich York Steiner Ein Buch über das Zusammenleben von Juden und Christen, das erste in seiner Art 670 Seiten stark, vornehm ausgestattet, brosch. M. 13.50 in Ganzleinen geb. M 16.— Zur Klärung jener Probleme, die, von Juden und Christen aufgeworfen, in ihrer Gesamtheit die sogenannte Judenfrage bilden 20 spannende Kapitel, populär geschrieben, wissenschaftlich belegt, u. a.: Bibel und Evangelien — Hat Jesu gelebt, war er ein Jude? — Talmud — Unterschiede zwischen Judentum und Christentuni — Minderheit — Sind die Juden ein Kandelsvolk — Stellung der Juden zu Katholiken und Protestanten — Antisemitismus — Zionismus — l'eber jüdisches Familienleben — Unser Weg Herausgeber und Eigentümer: Dr. Norbert Ho ff mann, Wien L, Zelinkagasse 13 und Dr. A. Horodisch, Beiliu- Wilmersdorf, Prinz-Regenten-Straße 7. — Verlag für Deutschland: Horodisch u. Marx, Berlin-Wilmersdorf, Prinz- Regenten Straße 7, Verlag für alle anderen Staaten: Dr. Norbert Hoff mann. — Verantwortlicher Redakteur: Friedrich Matzner, Wien IV, Margaretengürtel 22— Druck: Aldus Druck, Berlin SW68, Alexandrinenstraße 134