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Menorah · 1928-10-01 · Heft 10 (Oktober 1928) · p. Seite 607

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
6 (1928)
Issue
Heft 10 (Oktober 1928)
Article
Bibliographie [Rezension]
Date
1928-10-01
Page
Seite 607 (sequence 2)
Language
German
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BIBLIOGRAPHIE GOT Jahrhunderts berück sichtigt werden und die flüssige Schrift nur einen Beitrug zur Geschichte der Emanzipation liefern will, so sehen wir doch gewisse Erscheinungen in der Wahl des Familiennamens auch bei den Juden ganz anderer Gegenden wiederkehren. Für die jüdische Familiengeschichte ist es von gewissem Wert durch Bekanntgabe der örtlichen Verhältnisse Gemeinde für Gemeinde die Identitäten nach Annahme der Familiennamen Festzustellen. Die Sitte, den Enkel nach dem Großvater zu benennen (S. 2), geht auf biblisches V orbild zurück. Besondere Bea htung verdient der geschichtliche Ueberblick über die Einführung der jüdischen Familiennamen. S. 25 ff. G. E. FISCHER: AUS DEN TAGEN UNSERER AHNEN. Verlag Fischer, Freiburg (Breisgau), Bürgerwehrstr. 15. Eine flüssige Zusammenstellung, die auch wiederholt von Juden handelt und als Vorbild pietätvoller Sammlung von Familieiuirkunden dienen kann. P. RIESSLER: ALT JÜDISCHES SCHRIFT¬ TUM AUSSERHALB DER BIBEL. Augs- Burg 1928, Verlag Dr. P. Filser. Der ansprechend ausgestattete Band enthält, von P. R. übersetzt und mit kurzen Erläuterungen versehen, die Sprüche der Väter, die 18 Segenssprüche und andere teils jüdische, teils christliche Dokumente apokryphen Charakters, die hier einem größeren Leserkreis zugänglich gemacht zu haben, ein dankenswertes Unternehmen ist. Nur wissen wir nicht, wozu R. bei jeder Gelegenheit von antichristlicher Tendenz der jüdischen Urkunde spricht. So im syrischen Baruch, so in den Sprüchen der Väter, wo mit Bileam auf Jesus hingewiesen sein soll. Wir können R. versichern, daß hierzu sachlich durchaus kein Anlaß vorliegt und um so weniger sein Bemühen bei Vorurteilsfreien Verständnis finden wird. E. LASKER: DIE KULTUR IN GEFAHR. Siedentop &, Co. Berlin 1928. Die meisten Leser dieses scharfsinnigen, von gesundem Ethos getragenen Appells an das moderne Europa werden überrascht sein, dem weltbekannten Schachmatador auf dem Felsgrat steilster philosophischer Gedankengänge zu begegnen. Sofort schließt man sich vertrauensvoll ihm als Führer an, wenn man nur eine Partie, z. ß. die in der Hochschule für jütl. W issenschaft vorgetragenen Thesen und ihre Begründung, sich zu Gemüte führt. Alan fühlt das Bedürfnis, vom Verf. noch mehr zu lernen, auch seine früheren Schriften zu lesen. DIE SCHRIFT. IL DAS BUCH NAMEN, III. DAS BUCH ER RIEF, IV. DAS BUCH IN DER WÜSTE, verdeutscht von MARTIN BUBER gemeinsam mit FRANZ ROSENZW FIG. Berlin, Verlag Lambert- Schneider. Von der in der No\embernunimer des Jahrgangs IV besprochenen Bibelübersetzung sind inzwischen die Bücher 2- 4 der Thora „der Weisung" erschienen. Der Eindruck ist der gleiche geblieben. Mit feiner Kunst wird die Poesie der Bibel nachgedichtet und in Wortbildungen wird das Vorbild der Bibel erstrebt. Wuchtig und kraftvoll ist die Sprache und folgt der Erhabenheit und der Klangfarbe des Originals. In den erzählenden und poetischen Teilen kommt der Rythmus zu seiner Geltung, weniger befriedigend bleibt er in den gesetzlichen Teilen, z. B. im 3. Buch Mose. Kraft der Beherrschung der Sprache geben die Verfasser Uebersetzungen, die einfach und prägnant sind: z. B. f^riis ,,zu seiner Begnadung" oder 3. Buch Mose (>, 8 „zu der das Feuer verzehrte" 25, ti, Mehrung 4. Mose 1, 4 u. a. ,,Zweig" 12, 2 „in Mose" ,,in uns", 19, 13 „das sterben mußte" 20, 1!) pr nicht der Rede wert" 31, 8 a u f ihren Erstochenen". Es ist aber andrerseits nicht zu verkennen, daß die Uebersetzung in der Anpassung an das hebräische Original der deutschen Sprache Gewalt antut und zu Wortbildungen und Schöpfungen kommt, die kühn und ungewohnt dem Leser den

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